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Nr. 2020 | 2

Literalität – Entwicklungen in den letzten zehn Jahren

Im März 2010 erschien die erste Nummer der Zeitschrift leseforum.ch | forumlecture.ch | forumlettura.ch. Ein Jahr später, in der Nummer 1/2011 zum Thema «Literalität als Konzept», wurden die Potenziale und Grenzen dieses Konzepts kritisch diskutiert. Marielle Rispail beschrieb «littéracie» in ihrem Beitrag aus soziolinguistischer Perspektive als Handlungsfähigkeit der Individuen in vielfältigen gesellschaftlichen Kontexten. In ihren weit gefassten Literalitätsbegriff schloss sie auch digitale Medien und Mehrsprachigkeit mit ein. Helmuth Feilke schlug aus der Position der Schreibforschung und Schreibdidaktik ein enger gefasstes Konzept vor. In seinem Beitrag skizzierte er zunächst drei Hauptdimensionen von Literalität als Kultur, Handlung und Struktur, um danach auf den Erwerb und die Förderung von Textfähigkeiten zu fokussieren. Thérèse Thévenaz-Christen diskutierte die beiden unterschiedlichen Zugänge mit Bezug auf Goodys «Technologien des Intellekts». Sie kam zum Schluss, dass der Literalitätsbegriff zwar wichtige Dimensionen schriftlicher Kommunikation ausschildere, aber (noch) nicht als gefestigtes wissenschaftliches Konzept verstanden werden könne. Mehr

  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Netzlektüre und Deep Reading: Entmischung der Lesekultur von Cornelia Rosebrock

    Der Artikel geht der Frage nach, inwiefern sich das Lesen von Texten am Bildschirm modal unterscheidet von Leseakten mit Print-Texten. Dafür werden die Anforderungen, die lernendes Lesen im WWW an Rezipienten stellt, skizziert und anschließend denjenigen Anforderungen kontrastiert, die immersive literarische Lektüreakte verlangen. Ersteres geschieht unter Rückgriff auf die kognitionspsychologischen Modellierungen des Lesens und die Vorgehensweise der aktuellen PISA-Studie, im literaturwissenschaftlichen Teil dagegen wird die Zeiterfahrung im literarischen Lesen vor dem Horizont der Rezeptionsästhetik fokussiert, sodass im Beitrag unterschiedliche, gleichwohl didaktisch bedeutende Paradigmen angeführt werden. Diskutiert wird die so entwickelte Opposition von recherchierender Netzlektüre und immersivem literarischen Lesen im Blick auf die Vermittlung von Lesekompetenz. Dafür wird die in der Stavanger-Erklärung formulierte Befürchtung einer allgemeinen Verflachung der Lesekultur aufgegriffen und in didaktischer Perspektive bewertet.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Schreibendes Lernen im naturwissenschaftlichen Unterricht – Grenzen und Möglichkeiten von Afra Sturm, Anne Beerenwinkel

    Im naturwissenschaftlichen Unterricht werden die für das fachliche Lernen förderlichen Möglichkeiten von epistemischem Schreiben noch wenig genutzt. In diesem Beitrag geht es nicht nur um die Frage, wie schreibendes Lernen im Fach legitimiert werden kann, sondern auch um die Frage, wie Lehrpersonen Schreiben im naturwissenschaftlichen Unterricht einsetzen und welches erfolgsversprechende Zugangsweisen sind. Der Überblick im Beitrag zeigt, dass es sich dabei in weiten Teilen um ein Forschungsdesiderat handelt, dass genaueres Wissen hierzu aber notwendig wäre, gerade wenn es um die Implementierung empirisch wirksamer Förderansätze ginge. Basierend auf Daten der Quip-Studie zum Physikunterricht (Fischer et al., 2014, und von Arx, 2014) wird eine erste explorative Analyse zur Art und Weise, wie Lehrpersonen dieser Studie Schreiben einsetzen, vorgenommen und daraus Thesen für die weitere Arbeit abgeleitet.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Zwischen Wirklichkeit und Vision – Literalität in einer digitalisierten Gesellschaft von Julia Knopf, Johanna Mosbach, Ann-Kristin Müller

    Die Digitalisierung schreitet in allen Lebensbereichen stetig und rasant voran. Heutiges und vor allem zukünftiges Leben, Lernen und Arbeiten erfordert schon von Kindern und Jugendlichen die Nutzung von neuesten Technologien wie Tablets und Smartphones aber auch Mixed Reality oder Gestenerkennung. Zwangsläufig bringen diese Technologien neue Formen von Schriftlichkeit und damit auch neue Anforderungen an das Lesen und Schreiben hervor.
    Der Beitrag gibt einen Überblick über Literalitätsformen, die sich im Zuge der Digitalisierung entwickeln und zeigt auf der Grundlage der gesellschaftlichen und technologischen Transformation Dimensionen digitaler Literalität und ihre bevorzugten literalen Praktiken. Abgerundet wird der Beitrag durch einen Ausblick auf künftige digitale literale Praktiken.

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  • Fokusartikel |  aus der Praxis «Wir hatten ja schon öfters mal Texte.» – Schülervorstellungen von Texten und materialgestütztes Schreiben von Anna Ulrike Franken

    Um materialgestützt Texte verfassen zu können, sind weitreichende Kompetenzen und ein adäquates Aufgabenverständnis Voraussetzung. Der Beitrag geht einen Schritt dahinter zurück und fragt nach Schülervorstellungen von Texten. Dazu wurden Interviews mit Schülerinnen und Schülern (N=12) inhaltsanalytisch ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Vorstellungen der befragten Schülerinnen und Schüler von Texten unterentwickelt sind und einem adäquaten Aufgabenverständnis sowie dem Erwerb der für das materialgestützte Schreiben notwendigen Kompetenzen entgegenstehen.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Literalität auf Italienisch: Untersuchungen, Analysen, Praktiken, Perspektiven von Rosarita Digregorio

    Der Beitrag zeichnet ein Bild der italienischen Forschungsarbeiten und Erfahrungen auf dem Gebiet der Literalität, unter besonderer Berücksichtigung der kritischen Fragen zum funktionalen Analphabetismus. Anschliessend werden die Makrobereiche untersucht, die die Debatten und die Praktiken im Zusammenhang mit der Alphabetisierung in Italien derzeit prägen: Die Schule, mit der Erneuerung des Schulsystems und der Didaktik, die sprachliche Bildung, die Notwendigkeit, die Lesekompetenz (reading literacy) zu stärken, die Vernetzung und die interinstitutionelle Zusammenarbeit im Interesse der Transliteralität (transliteracy), eine laufende, umfassende, multimediale Alphabetisierung, die lebenslang transversale Kompetenzen für kritische, bewusste Bürgerinnen und Bürger sicherstellt.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Literalität als Haltung: Schule der Bescheidenheit und des Staunens von Marielle Rispail

    Der Beitrag untersucht den Begriff der «Literalität» und seine semantischen und lexikalischen Erweiterungen (insbesondere als Adjektiv) in den letzten zehn Jahren. Die Autorin berichtet von ihren Erfahrungen mit diesem Begriff als Forscherin und Lehrperson und zeigt auf, welche Bedeutung er international in der Wissenschaft und insbesondere in der Sprachdidaktik erlangt hat. Der dritte Teil des Beitrags ist eine Anregung, das «Lesen-Schreiben» der Welt in einer ethno-literalen Perspektive zu betrachten, die über die rein westliche Wahrnehmung hinausgeht.

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  • Weiterer Artikel |  aus der Wissenschaft Wie setzen sich Kinder beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule mit Bilderbüchern zur Einschulung auseinander? von Stephen Frank, Luise Kieckhöfel, Jeanette Roos, Karin Vach

    Die Bewältigung von Transitionssituationen und der Umgang mit dabei auftretenden Emotionen sowie deren Regulation stellt für Betroffene eine Herausforderung dar. Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule ist eine solche Situation. Kinder können auf verschiedene Weise dabei unterstützt werden. Eine Möglichkeit könnte die Rezeption thematisch einschlägiger Bilderbücher sein, bei der sich Kinder mit Figuren auseinandersetzen können, die sich in einer ähnlichen Lebenssituation wie sie selbst befinden und mittels derer sie über eigene bedeutsame Themen und Emotionen sprechen können. Die BIËMO-Studie untersucht dies bei Kindern im Vorschulalter. Dabei wurden u. a. Bilderbuchgespräche mit Vorschulkindern geführt, die sich mit dem Bilderbuch Garmans Sommer beschäftigen. Die hier vorgestellten Ergebnisse beleuchten unterschiedliche Herangehensweisen der Kinder bei der Konstruktion von Bedeutungen. Sie zeigen, dass Kinder durch die Rezeption zum Gedankenlesen und zur Perspektivenübernahme angeregt werden. Die literarische Figur und ihre Situation nehmen sie zum Anlass, über ihre eigene Situation zu sprechen und sich mit der Figur zu vergleichen.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Literacy – littératie – Literalität : Ein Essay von Bernard Schneuwly

    Der essayistische Beitrag untersucht im ersten Teil die Bedeutung des Wortes «Literacy» im Englischen. Der Autor stellt einen inflationären Gebrauch des Begriffs in den Erziehungswissenschaften fest. Im zweiten Teil diskutiert er die Frage, warum in französischen und deutschen erziehungswissenschaftlichen Texten zum Thema Sprachunterricht die Begriffe «littéracie» und «Literalität» extrem häufig, wenn auch mit unterschiedlichen Konnotationen, anzutreffen sind. Er verfolgt zwei Erklärungsansätze: die Bezugnahme auf Arbeiten über Schriftkultur in der Anthropologie, Ethnologie und Geschichte, und vor allem die massive Verwendung des Begriffs in internationalen Studien, unter anderem der OECD. In einem dritten Teil analysiert der Autor 34 Beiträge aus den Archiv von leseforum.ch mit «literal/Literalität» und ihren Varianten im Titel. Er identifiziert sieben Bereiche, in denen sie verwendet werden. Für jeden Bereich werden ein oder zwei Artikel ausführlicher vorgestellt. So ergibt sich ein Überblick über die Diskussion, die im Leseforum anhand der Begriffe «literal/Literalität» geführt wird.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Digitale Literatur und multimodale Arbeit: Potenzial für den Französischunterricht von Sonya Florey, Sylvie Jeanneret, Violeta Mitrovic

    Der Beitrag analysiert die Schülerarbeiten, die im Rahmen des Forschungsprojekts LLN2 (Lecture-Littérature-Numérique-2) erstellt wurden. Vier Lehrpersonen der Sekundarstufe II arbeiteten mit digitalen didaktischen Sequenzen im Literaturunterricht; Schülerinnen und Schüler in drei Klassen erstellten mono- oder multimodale digitale Werke. Die besonderen Merkmale dieser Arbeiten werden anhand theoretischer Modelle analysiert und die inhärenten Lerneffekte reflektiert.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Neue Lesemedien und digitale Literalität in der Schule von Jacques Crinon, Georges Ferone

    Der Artikel untersucht die Wirkung der Art und Organisation der gewählten digitalen Medien auf das Leseverhalten. Er führt den Begriff des «texte composite» [zusammengesetzter Text] ein und untersucht insbesondere die Merkmale der digitalen Schrifterzeugnisse. Aus einer von den New Literacy studies inspirierten Perspektive kommt er auf die Konzepte der schulischen Literalität und der schulischen digitalen Literalität zu sprechen. Auf der Grundlage mehrerer neuerer Studien des CIRCEFT-Escol-Teams [Centre Iinterdisciplinaire de Recherche « Culture, Éducation, Formation, Travail » und einiger unveröffentlichter Daten analysiert er die Kompetenzen, die die digitalen Medien den Schülerinnen und Schülern abverlangen und mit denen sie zunehmend konfrontiert sind. Der Artikel zeigt auch, wie die Lehrpersonen der Primarschule angesichts der spezifischen digitalen Medien oft überfordert sind, während sie davon ausgehen, dass sie für ihre Schülerinnen und Schüler selbstverständlich sind.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Rezeption der Literalität in der französischen Didaktik: Bilanz und neue didaktische Interventionsmöglichkeiten von Pascal Dupont

    Nach einem Überblick über die epistemologischen Grundlagen der Literalität liefert der Beitrag eine Übersicht über französische Zeitschriftenartikel, die sich zwischen 2002 und 2020 mit Literalität beschäftigt haben. Untersucht wird dabei die Rezeption der Literalität in Frankreich und ihr Verhältnis zur Schule und zum Französischunterricht. Dieses Verhältnis schwankt zwischen Anziehung und Zurückhaltung, wobei die Literalität mal als Begriff aus der Empirie, mal als Konzept präsentiert wird, das genau definiert werden muss, bevor es in verschiedenen Kontexten verwendet werden kann.
    Die Bezugnahme auf die Literalität in der Französischdidaktik führt unserer Meinung nach zu einer integrativeren Sichtweise und hinterfragt die Definition des Fachs und seine Lerninhalte. Dies kann zu einer neuen Betrachtung der Französischdidaktik führen, indem sie neue Wege der schulischen Didaktik mit einem Bewusstsein der sozialen Umwelt erschliesst.

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  • Fokusartikel |  aus der Praxis Entschlüsselung von Information in der Bibliothek von Sandra Maistrello, Claudine Follonier

    Die Schulbibliotheken des Kantons Waadt bieten den Schülerinnen und Schülern pädagogische Aktivitäten an, die dazu beitragen sollen, ihre Kritikfähigkeit gegenüber der Informationsflut zu entwickeln, der sie täglich ausgesetzt sind.
    Obwohl sie regelmässig für dieses Thema sensibilisiert werden, nehmen sich die Schülerinnen und Schüler oft nicht die Zeit, den Inhalt der Informationen genauer anzusehen, bevor sie ihn in den sozialen Netzwerken teilen. Von dieser Sorglosigkeit und Leichtgläubigkeit profitieren die Verbreiter von Fake News.
    Die Schulbibliotheken des Kantons Waadt arbeiten mit den Lehrpersonen zusammen, um die Schülerinnen und Schüler mit gezielten pädagogischen Aktivitäten auf diese Gefahren aufmerksam zu machen.

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Stimmen zur Plattform

Für meine eigene Arbeit sind die aktuellen Einblicke in benachbarte Forschungsfelder von besonderer Bedeutung. Cornelia Rosebrock, Goethe-Universität, Frankfurt a.M.
Die Internetseite der Zeitschrift ist ein Schatz von Publikationen zur aktuellen Literalitätsforschung. Die thematische Ausrichtung der Ausgaben liefert eine stets hochaktuelle Agenda der Fragen, über die die Literalitätsforschung spricht. Helmuth Feilke
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