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Nr. 2019 | 1

Räume der Poesie

Auf Poesie stösst man fast überall. Sie trifft uns über Werbesprache, beseelt an Poetry Slams, erzählt von Mauern im urbanen Umfeld herunter. Verse und Reime gehören aber auch zum Kinderalltag, zuhause und in der Schule – und zu jedem Literaturfestival.
Poetische Texte unterscheiden sich von der Alltagssprache. Sie verdichten,
verfremden, spielen mit Reim und Klang, rühren an.
Die erste Nummer von leseforum.ch 2019 macht sich auf die Suche nach Orten, in denen sie dieses Poetische sich zeigt, lokal und grossräumig, zwischen zwei Buchdeckeln, als Graffity oder Performance. Mehr

  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft «So was kurzes…!?» – Poesie und Einfachheit in der Kinderlyrik von Maria Becker

    Seit vielen Jahren präsentiert der Kinder- und Jugendbuchmarkt eine grosse Anzahl sprachlich vereinfachter Texte, die sich an SchülerInnen mit Schwierigkeiten im Bereich Lesen richten. Mit Blick auf einen stetig wachsenden Markt und einem auch wachsenden Interesse der Schulpraxis an einschlägigen Texten, will der nachfolgende Beitrag das Konzept der leichten Lesbarkeit vorstellen und die ästhetische Konzeption speziell kinderlyrischer Texte prüfen. Analog dazu wird diskutiert, ob Lyrik den Fähigkeiten und Bedürfnissen der anvisierten Adressatengruppe gerecht werden kann und welche Gratifikationen im Bereich des ästhetischen Lernens zu erwarten sind, die im Umgang mit einfacher Sprache verloren gehen.

  • Fokusartikel |  aus der Praxis Vom weissen Pferd auf dem Ball im All – Aus der Werkstatt eines Kinderlyrikers von Uwe-Michael Gutzschhahn

    Uwe-Michael Gutzschhahn schreibt und übersetzt Kinder- und Jugendliteratur; einen ganz besonderen Raum nimmt für ihn dabei die Kinderlyrik ein. Er ist ein Meister der Sprache, des Sprachspiels und Hintersinns. Und ein Autor, der wie kaum ein anderer über seine Arbeit reflektieren kann. Zum Beispiel darüber, was Gedichte für Kinder auszeichnet, oder auch, wie seine eigenen Texte entstehen. In diesem Beitrag zeigt er an fremden und eigenen Beispielen, wie Kindergedichte funktionieren, wie sich aus einem Reim, einem Klang, einer Melodie Sprachbilder herausschälen können, warum Nonsens nicht einfach Unsinn ist und wie er als Lyriker sich von anderen Texten inspirieren lässt.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft «HoPE iS BACK» – Poetisches auf urbanen Wandflächen von Doris Tophinke

    Der Beitrag untersucht aus linguistischer Perspektive die Poetizität im Szene-Graffiti, das in den frühen 80er-Jahren aus den USA nach Europa gekommen ist. Den theoretischen Ausgangspunkt bildet das Poetizitätskonzept von Roman Jakobson. Datengrundlage bilden Graffitibestände aus den Städten Mannheim und Köln, die in der Forschungsdatenbank «Informationssystem Graffiti in Deutschland» (INGRID) verfügbar sind. Exemplarisch gezeigt wird, dass sich die Eigenschaften, die nach dem Poetizitätskonzept von Jakobson als bestimmend für Poetizität gelten, im untersuchten Szene-Graffiti nachweisen lassen.

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  • Fokusartikel |  aus der Praxis Video Poem – Ein intermediales Kulturprojekt für Jugendliche und Schulklassen (ab 4. Klasse) von Bettina Eberhard, Svenja Herrmann

    Video Poems sind Poesie in Videoform. In den von einer Schriftstellerin und einer Regisseurin konzipierten Workshops verfassen Schüler und Schülerinnen poetisch-sprachliche sowie -filmische Fragmente und kreieren lyrische Videos. Sie lassen sich von Worten oder Bildern inspirieren, wechseln das Medium (von Sprache zum Film und umgekehrt) und suchen in einem weiterführenden, vertiefenden künstlerischen Prozess nach korrespondierenden in Sprache oder Bild. Der Ansatz einer erweiterten Poesie-Film-Werkstatt vereint die Rezeptionsgewohnheiten von Jugendlichen, die Förderung des individuellen künstlerischen Ausdrucks und der Medienkompetenz, aktuelle Literaturformate und ihre zeitgemässe und partizipative Vermittlung.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Entwicklung des «Netzwerk Poesie» – Vom «Frühling der Poesie» zum «Lyrical Valley» von Antonio Rodriguez

    Gegenüber den globalen Megastädten mag die französische Schweiz wie eine «Randregion» der Dichtung erscheinen (Casanova 1999), die immer absolut «provinziell» bleiben wird. Anderswo und anders fragt sich W. H. Auden, ob die Poesie nicht auch die provinziellste aller Künste ist. Seit einigen Jahren arbeitet die Universität Lausanne daran, dieses «Territorium» in einen poetischen Raum als Teil unserer globalisierten Welt zu verwandeln. Mit drei Hauptaktionen (1. Einbezug des transnationalen Kulturerbes; 2. Schaffung eines modernen Netzwerks mit aktiven Mitgliedern; 3. Innovation in der digitalen Forschung) zeigt die Region ihre Strahlkraft und ihr verändertes poetisches Bewusstsein. Anders als die aus dem vorletzten Jahrhundert stammenden Modelle der Buchindustrie, wo sich die Literatur auf die Hauptstädte der Kolonialreiche oder der grossen Nationen konzentrierte, zeigt dieses Projekt die Bedeutung von «Territorien», die von Städten mit Universitäten und grossen Kulturinstitutionen inspiriert werden und sie in ein fest verankertes, innovatives, globales «Netzwerk Poesie» verwandelt.

  • Weiterer Artikel |  aus der Wissenschaft Ästhetische Rezeptionsprozesse in der empirischen Forschung – Ein literaturdidaktischer Strukturierungsversuch von Carolin Führer

    Um einen möglichst vieldimensionalen Blick auf ästhetische Rezeptionsprozesse zu entfalten, der die interdisziplinären theoretischen wie empirischen Diskurse ästhetischer Erfahrung berücksichtigt und gleichzeitig (didaktisch) schärft, wird im Beitrag eine literaturdidaktische Strukturierung derartiger Prozesse aus der Rezeptionsperspektive vorgenommen. Die Darstellung konzentriert sich auf ausgewählte aktuelle empirische Untersuchungen rezeptionsbezogener Prozesse im Umgang mit Literatur. Es werden drei Möglichkeiten der Partizipation des Lesers beziehungsweise der Leserin im ästhetischen Rezeptionsprozess herausgearbeitet, die als Ausgangs- und Ansatzpunkte für literaturdidaktische Schlussfolgerungen verstanden werden können.

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  • Weiterer Artikel |  aus der Wissenschaft Gutes Material zur Förderung von selbstreguliertem Lesen von Sachtexten im Deutschunterricht? von Fabiana Karstens, Anke Schmitz, Jörg Jost

    In den letzten Jahren wurden verschiedene Konzepte und Prinzipien zur Förderung des Sachtextverstehens in der Sekundarstufe I entwickelt. Folglich lassen sich eine Reihe von Materialien recherchieren, die das selbstregulierte Lesen adressieren. Hierzu zählen Lesestrategieprogramme oder Lesefächer sowie in Schulbüchern abgedruckte Lesestrategiehinweise oder -anleitungen. Die Qualität solcher Fördermaterialien gilt als wichtiger Faktor für eine zielgerichtete Unterstützung des strategieorientierten Lesens. In diesem Beitrag werden ausgehend von den Perspektiven der pädagogischen Psychologie und der Deutschdidaktik Qualitätskriterien für Materialien zur Förderung von selbstreguliertem Lesen von Sachtexten im Regelunterricht Deutsch erarbeitet. Darauf basierend erfolgt eine Analyse eines exemplarischen Fördermaterials, der im Rahmen eines Verbundprojektes der Initiative Bildung durch Sprache und Schrift (BiSS) entwickelt wurde. Die Analyse und die Forschungslage zum selbstregulierten Lesen verdeutlicht, dass beide Diskurse einen wertvollen, sich ergänzenden Beitrag für die Gestaltung von Fördermaterialien leisten.

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Stimmen zur Plattform

Für meine eigene Arbeit sind die aktuellen Einblicke in benachbarte Forschungsfelder von besonderer Bedeutung. Cornelia Rosebrock, Goethe-Universität, Frankfurt a.M.
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