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Nr. 2019 | 3

Orthografie

Zur Orthografie – oder zur: Orthographie – haben literate Menschen in der Regel eine dezidierte Meinung. Fantasie kann für gewisse nicht gleich viel wert sein wie die althergebrachte Phantasie, in deren Schreibweise die altgriechische Herkunft noch mitschwingt. Wer in dieser Frage gelassen die Schultern zuckt, echauffiert sich dann vielleicht doch über das Portmonnee. Woher aber kommt die Emotionalität im Umgang mit Rechtschreibung? Denn eigentlich ist Rechtschreibung Mittel zum Zweck: Wer in eher offiziellen Kontexten schriftlich verständlich und effizient kommunizieren möchte, orientiert sich an sprachsystematisch fundierten, verbindlich gesetzten Normen, um Texte für die Leserschaft leichter zugänglich zu machen. Mehr

  • Fokusartikel |  aus der Praxis Lernorientierte Rechtschreibkorrektur – Plädoyer für einen systematischen Umgang mit Rechtschreibfehlern von Claudia Schmellentin, Thomas Lindauer

    Schulische Texte – vor allem Aufsätze – möchten Lehrpersonen auch dazu nutzen, die Rechtschreibkompetenzen ihrer Schüler und Schülerinnen zu fördern, in dem sie Falsch-Geschriebenes anstreichen. Sie hoffen, dass sich die Lernenden die Fehler merken. Die Erfahrung zeigt aber, dass sie allein durch das Anstreichen von Fehlern kaum etwas lernen, worauf auch folgende Aussage eines Schülers hindeutet: «Also ich glaub nicht, dass ich nun einen Fehler nicht mehr gemacht hab, weil er in der vorigen Arbeit angestrichen worden ist.»

    In unserem Beitrag wollen wir vor der Klärung der Frage, wie man Fehler in Schülertexten behandeln soll, einen genaueren Blick auf das Konstrukt «Rechtschreibkompetenz» werfen (Kapitel 1). Daraus leiten wir einige Prinzipien für eine lernorientierte Korrektur von Texten ab (Kapitel 2), die im Wesentlichen auf folgender Prämisse beruhen: Die Korrektur von Rechtschreibfehlern muss sich an den Lernenden und an ihren Fähigkeiten, eine spezifische Rechtschreibregel zu verstehen und anzuwenden, orientieren. Eine undifferenzierte Korrektur aller Fehler ist daher aus lernpsychologischer Sicht nicht sinnvoll. Zum Schluss des Beitrags illustrieren wir die theoretischen Ausführungen an einem Beispiel, wie lernförderliche Rechtschreibkorrektur von Schülertexten aussehen könnte (Kapitel 3).

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Rechtschreibung als Teil des Verschriftens und Vertextens: Rechtschreibleistungen im Vergleich von Klasse 5 bis Berufsschule von Afra Sturm, Hansjakob Schneider

    Dieser Beitrag stellt die verschiedenen Verfahren zur Erfassung von Rechtschreibleistungen in einem systematischen Überblick dar. Dabei wird zwischen Verfahren unterschieden, die auf der Ebene des Verschriftens und auf der Ebene des Vertextens ansetzen. Diskutiert wird dabei auch, inwiefern die einzelnen Verfahren varietätenspezfisch bzw. -übergreifend angelegt sind.

    Darauf aufbauend wird insbesondere die Erfassung von Rechtschreibleistungen im Rahmen eines Schreibflüssigkeitstests – ein sog. curriculumbasiertes Verfahren, hier auch als Cbm-Schreiben bezeichnet – vorgestellt: Anhand der Daten aus drei verschiedenen Projekten in Klasse 5, Klasse 7–9 und Berufsschule werden Tendenzen zum Rechtschreiberwerb herausgearbeitet. Zusätzlich wird gezeigt, dass so erfasste Rechtschreibleistungen moderat mit der Textqualität aus anderen Schreibaufgaben zusammenhängen. Der Beitrag schliesst mit didaktischen Überlegungen.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Wie Primarlehrpersonen Unterricht zur Doppelkonsonantenschreibung gestalten von Susanne Riegler, Maja Wiprächtiger-Geppert, Romina Schmidt

    Bisher ist wenig darüber bekannt, wie Primarlehrpersonen Rechtschreibunterricht konkret gestalten. Mit dem Projekt „Professionelle Kompetenzen und Unterrichtshandeln von Primarlehrpersonen im Lernbereich Rechtschreiben“ (Profess-R) soll ein Beitrag geleistet werden, die Praxis des Rechtschreibunterrichts an Primarschulen zu beschreiben. Grundlage für die Analysen bilden Unterrichtsvideos zur Doppelkonsonantenschreibung. Aus fachdidaktischer Sicht spielt dabei das fachlich-gegenstandsbezogene Lehrerhandeln, das sich in der sog. „Sachstruktur“ des Unterrichts manifestiert, eine wichtige Rolle. Zur Erfassung der Sachstruktur in „Profess-R“ werden zwei Dimensionen analysiert: die „fachliche Modellierung“ und der „didaktische Zugriff“. Das Instrument mit den beiden Dimensionen wird im Beitrag vorgestellt und erläutert. Das methodische Vorgehen wird anhand einer Beispiellektion aus der Vorstudie illustriert.

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  • Fokusartikel |  aus der Praxis Was sich Schüler und Schülerinnen beim Korrigieren eines Textes überlegen – ein didaktischer Ansatz von Kerstin Thalmann, Domenica Thalmann

    Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den Überlegungen, die sich Schüler und Schülerinnen beim Korrigieren eines fehlerhaften Textes machen. Werden solche Innenperspektiven für Lehrpersonen sowie für schulische Heilpädagogen und Heilpädagoginnen sichtbar gemacht, kann eine gezielte individuelle Förderung etabliert werden. Dazu wird ein Instrument vorgestellt, welches Zugang zu den Überlegungen von Schülerinnen und Schülern ab der 5./6. Klasse verschafft. Basis bildet ein Text mit ausgewählten stufenbezogenen Rechtschreibfehlern, den die Lernenden korrigieren. Im direkt anschliessenden Gespräch begründen und erklären sie jede vorgenommene Korrektur.

    Im Beitrag wird anhand von zwei Fallbeispielen exemplarisch gezeigt, was sich aus solchen Begründungen ableiten lässt und welche Schlussfolgerungen sich daraus für den Unterricht sowie die Förderung ergeben.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Rechtschreibkompetenzen in einer 8. Klasse der Primarschule und einer 10. Klasse der Sekundarschule in Genf: die Herausforderungen der grammatischen Morphographie von Solenn Petrucci

    Aufgrund von Tests, die zu Beginn und am Ende des Schuljahres von rund 50 Schülerinnen und Schülern einer 8. Klasse der Primarschule (11 Jahre) und einer 10. Klasse der Sekundarschule (13 Jahre) in Genf durchgeführt wurden, sowie aufgrund der Protokolle der Lehrerinnen stellten wir fest, dass sich die Schülerinnen und Schüler verbessert hatten und dass die Morphographie die grössten orthographischen Schwierigkeiten bereitete. Wir untersuchten, welche Themen im Orthographieunterricht vorzugsweise behandelt werden. Unser Ziel war es, die gängige Praxis des Orthographieunterrichts in den betreffenden Klassen besser zu verstehen. Die grammatische Morphographie war zwar auf beiden beobachteten Stufen ein Problem, die Praxis unterschied sich hingegen deutlich zwischen Primarstufe und Sekundarstufe I. Einige Aspekte waren trotzdem gleich: Die Lehrerinnen arbeiteten im Allgemeinen mit einfachen Aufgaben, bei denen die Schülerinnen und Schüler wenig Reflexion und Engagement brauchten. Sie wählten meist kurze Arbeitseinheiten, hauptsächlich den Satz. Didaktische Innovationen gab es nur punktuell.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Das Abschreiben von Wörtern im lexikalischen Orthographieunterricht neu beleben von Natalie Lavoie, Jessy Marin

    Ziel dieser Studie war die Einführung einer geeigneten Anlage für das Erlernen der lexikalischen Orthographie, wobei wir die bestehende Praxis des Abschreibens von Wörtern verbesserten. Auf der Grundlage verschiedener Forschungsarbeiten, die auf die Komplexität dieser Aktivität aufmerksam machen, wurde eine didaktische Anlage entwickelt und während zwölf Wochen einmal wöchentlich getestet. Vorgehen, Rhythmus und didaktisches Material waren klar definiert. Überprüft wurde auch die Wirkung auf die lexikalische Orthographie der Schülerinnen und Schüler der ersten Klasse (6-7 Jahre). Die Datenanalyse zeigt den möglichen Einfluss der Anlage. Es wäre sinnvoll, wenn man das Abschreiben von Wörtern im Rechtschreibunterricht praktizieren würde. Die Ergebnisse geben auch Hinweise, wie man eine solche Anlage im Unterricht konkret umsetzen kann.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Orthographische Variation: Reflexion über ein Oxymoron von Marinette Matthey

    In diesem Beitrag geht es um die französische Orthographie, die Möglichkeit von Reformen und die Entwicklung der Einstellung zur grafischen Variation. Er beleuchtet den letzten von der Académie française tolerierten Versuch einer Veränderung der französischen Orthographie (Berichtigung der französischen Orthographie von 1990), der 2016 ein gewisses Revival erfuhr. Der Beitrag stützt sich auf eine Reihe von Studien, stellt eine Diagnose des Orthographieproblems heute und skizziert ein mögliches Zukunftsszenario.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Eine Orthographie im Dienste der Schülerinnen und Schüler von Virginie Conti, Jean-François de Pietro

    Die französische Orthographie kann Lernschwierigkeiten verursachen und wirft daher viele didaktische, aber auch sprach- und bildungspolitische Fragen auf. In den letzten Jahren haben verschiedene Sprachgebiete ihre Orthographie reformiert, um sie der Entwicklung ihrer Sprache anzupassen und dadurch den Schülerinnen und Schülern das Erlernen zu erleichtern. Im französischsprachigen Raum wurden 1990 Empfehlungen formuliert, aber diese haben auch heute noch mit Widerständen zu kämpfen, und sie haben es in der Praxis und im Unterricht nach wie vor schwer.

    Wir stellen einige Aspekte des grafischen Systems der französischen Sprache sowie die im Laufe seiner Geschichte vorgenommenen Anpassungen vor und befassen uns dann mit den verschiedenen Möglichkeiten, wie einige der Schreibschwierigkeiten verringert oder das Erlernen der Orthographie durch die Entwicklung neuer didaktischer Ansätze verbessert werden könnten.

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Stimmen zur Plattform

Für meine eigene Arbeit sind die aktuellen Einblicke in benachbarte Forschungsfelder von besonderer Bedeutung. Cornelia Rosebrock, Goethe-Universität, Frankfurt a.M.
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