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Nr. 2018 | 2

Literalität im Kontext von Flucht und Fremdsein

Literalität ist untrennbar mit unseren Lebenswelten verwoben und von deren sozialen und kulturellen Bedingungen geprägt. Menschen auf der Flucht lassen die ihnen vertrauten Lebenswelten hinter sich und müssen sich in der Fremde zurechtfinden – zunächst, ohne über das in der Aufnahmegesellschaft gültige soziale, kulturelle und meist auch wirtschaftliche Kapital zu verfügen. Literalität kann als Ressource eine wichtige Rolle spielen, um sich der eigenen Identität zu versichern, mit der Her­kunftsgesellschaft in Kontakt zu bleiben, in der Aufnahmegesellschaft Anschluss zu finden und deren kulturelle Praktiken zu erwerben. Mehr

  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Literarität und Literarizität in der Migrationsgesellschaft. Mehrsprachige (Kinder- und Jugend-) Literatur für einen sprachaufmerksamen und dominanzkritischen Unterricht von Hajnalka Nagy

    Wie angesichts einer sich global und transkulturell herausbildenden literalen Kultur die Produktion und Rezeption literarischer Texte neue Akzente setzt, ist für eine Literaturdidaktik zentral, die den Umgang mit dem Fremden durch mehrsprachige und multimodale Textangebote und ein kritisches Lesen fördern will. Im folgenden Beitrag werden Grundlagen eines sprachaufmerksamen und dominanzkritischen Lesens von Literatur herausgearbeitet. Im Mittelpunkt steht das Ziel, mit Hilfe von Literatur kollektive Zuschreibungsprozesse (Othering) zu durchschauen, essentialistische Konzepte von Identität, Sprache und Kultur kritisch in den Blick zu nehmen und für sprachliche Ungleichheitsverhältnisse zu sensibilisieren. Der Fokus auf literarischer Mehrsprachigkeit erlaubt darüber hinaus, der Instrumentalisierung der Literatur für Sprachlernzwecke entgegenzuwirken und SchülerInnen einen ästhetischen Zugang zu und eine intensive sprachliche Auseinandersetzung mit mehrsprachigen Texten zu ermöglichen.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Alles wird gut!? – Flucht als Thema in aktuellen Bilderbüchern für den Elementar- und Primarbereich von Heidi Rösch

    Flucht ist nicht nur ein aktuelles politisches und gesellschaftliches, sondern auch ein literarisches Thema. Schon für die ganz Kleinen werden Bilderbücher angeboten, die sie mit dem Thema vertraut machen und ihnen das Bild einer diversen und pluralen Gesellschaft vermitteln, in der Fremdheit und Andersheit ein Miteinander nicht verhindert, sondern befördert. In dem Beitrag wird gezeigt, welche – zum Teil auch problematischen – Bilder von Geflüchteten gezeichnet werden, welche Strategien verfolgt werden, um dieses Miteinander vorstellbar zu machen, und welche Rolle dabei auch die Einheimischen spielen (können). Neben der Analyse gibt es zu den insgesamt 12 vorgestellten Bilderbüchern auch didaktische Überlegungen für den Elementar- und Primarbereich, die unter anderem die Frage nach dem Umgang mit zweisprachigen Werken aufgreifen.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Erzählbrücken – Szenisches Erzählen für neu zugewanderte Kinder und das unterstützende Potenzial von Literalität von Natascha Naujok

    Neben seiner sinnlich-ästhetischen, emotionalen Dimension und dem engen Kontakt zwischen Erzählenden und ihrem Publikum baut das szenische Erzählen in deutscher Sprache für Kinder mit geringen Kenntnissen der Erzählsprache in besonderer Weise auf Multimodalität, vor allem auf Gestik und Mimik, aber auch auf bildliche, gegenständliche, musikalische, mitunter auch auf schriftliche Ausdrucksformen. Der vorliegende Beitrag ist dem szenischen Erzählen und der Begleitforschung Erzählbrücken gewidmet, in der das Format des szenischen Erzählens für neu zugewanderte Kinder untersucht wird. Die beispielhafte Analyse einer Erzählstundenszene veranschaulicht, wie schreibkundige Kinder im Kontext derartiger Erzählprojekte auch von literalen Angeboten in der für sie neuen Sprache profitieren können.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Multiliteralität in visuellen Narrativen von mehrsprachigen Kindern in Rahmen des Koinos-Projektes von Silvia Melo Pfeifer, Christian Helmchen

    In diesem Beitrag berichten wir über ein im Rahmen des internationalen Koinos-Projekts entwickeltes pädagogisches Experiment, das sich unter anderem dem Aufbau grenzüberschreitender Gemeinschaften für die Praxis und Entwicklung in Bezug auf Multiliteralität widmet. Den Schwerpunkt unserer Untersuchung bildet eine quantitative und qualitative Analyse visueller Narrativen mehrsprachiger Kinder einer zweisprachigen Schule in der Hansestadt Hamburg. Die Analyse zeigt, dass sich die Kinder trotz der im Rahmen des Koinos-Projekts geschaffenen Freiräume für einen hybridisierten Sprachgebrauch oftmals für nebeneinanderstehende Darstellungen von Sprachen und semiotischen Ressourcen entscheiden, d.h. die verschiedenen Kontexte werden getrennt und ohne Verbindung zueinander dargestellt. Dabei spiegeln die von den Kindern offenbarten Literalitätspraktiken im Allgemeinen deren mehrsprachigen Kompetenzen wider. Gleichzeitig wird deutlich, dass sie Schwierigkeiten haben, die verschiedenen Sprachen in die verschiedenen Kontexte zu integrieren, die (sowohl im Klassenzimmer als auch in informellen Kontexten) als einsprachig und sogar undurchlässig für sprachliche Vielfalt dargestellt werden. Die Studie zeigt die Spannung zwischen einer nie dagewesenen Vielfalt der Schüler*innen (welche in den Bildern der Kinder deutlich wird) und den Tendenzen zur Vereinheitlichung/Standardisierung von Sprachen und Lehrplänen, die bereits in der Grundschule zu verzeichnen sind.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Lesen- und Schreibenlernen in der Fremde – Eine Übersicht nationaler und internationaler Vorgehensweisen von Hanna-Mareike Schmidt, Johanna Fay

    Länder und Staaten reagieren ganz unterschiedlich auf die enorme Heterogenität in den Grundschulen, die seit dem weltweiten Anstieg der Zuwanderungszahlen aufgekommen ist. Das Lesen und Schreibenlernen stellt für neu zugewanderte Kinder eine Herausforderung dar, der Lehrpersonen konstruktiv begegnen müssen, da nicht auf altbewährte Lehrkonzepte zurückgegriffen werden kann. Dabei können ihnen Lehrpläne und Curricula der jeweiligen Ministerien helfen, die Lerninhalte und Ziele bezüglich schulrelevanter Kompetenzen und Fähigkeiten festlegen. Wie im vorliegenden Beitrag eruiert, unterscheiden sich diese Vorgaben in unterschiedlichen Ländern teilweise stark voneinander. Darüber hinaus sind sie mitunter nicht durchgängig konform mit aktuellen Forschungsergebnissen und wissenschaftlich fundierten Empfehlungen, welche wir im ersten Abschnitt des Beitrages zusammenführen und ordnen. Darauffolgend werden beispielhaft einige Inhalte der nationalen Richtlinien begutachtet und anschließend Diskrepanzen zwischen Geboten und Dekreten präzisiert und diskutiert.

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  • Fokusartikel |  aus der Praxis Wo die Diktatur beginnt, liegt die Kultur im Sterben – Eine Kindheit zwischen dem Krieg und dem bewaffneten Frieden von Usama Al Shahmani

    Dass Kinder auf ihrem Schulweg rennen ist normal. Sie freuen sich auf die Schule oder darauf, wieder Zuhause anzukommen. Sie freuen sich auf die Freunde oder die Familie und auf das gemeinsame Spielen und Lernen. Auch ich bin gerannt auf meinem Schulweg, jedoch vor Angst. Es war ein Weg durch den Krieg – ein ganz normaler Schulweg im Irak. Die Grausamkeit dieses Krieges hat mich geprägt, doch die Literatur gab mir Kraft. Diese Kraftquelle musste ich jedoch erst finden, denn meine Kindheit erlebte ich ohne Bücher. Gebildete und intellektuelle Menschen waren für das Regime eine Provokation. Bücher waren gefährliche Luxusgüter, und wer die Diktatur überleben wollte, durfte sich nicht von der Masse unterscheiden. In diesem Beitrag berichte ich von meinen Kindheitserfahrungen im Irak – von gefährlichen Schulwegen und einem Kinderleben ohne Bücher.

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  • Fokusartikel |  aus der Praxis Mehrsprachige literale Angebote für Asylsuchende und Flüchtlinge in interkulturellen Bibliotheken von Therese Salzmann

    Die interkulturelle Bibliothek JUKIBU in Basel empfängt regelmässig Integrationsklassen und Gruppen mit hohem Anteil jugendlicher Geflüchteter und führte im letzten Jahr erfolgreich eine erste Leseanimationsreihe für Familien im Empfangs- und Verfahrenszentrum EVZ Basel durch.

    Das Centre d’intégration culturelle CIC in Genf besucht seit vielen Jahren kantonale Asylzentren und Ausschaffungsgefängnisse in Genf und Umgebung mit einer mehrsprachigen Wanderbibliothek, bei der Asylsuchende auch Bücher ausleihen können.

    Die Aktivitäten haben zum Ziel, den Zugang von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu Medien zu ermöglichen und deren Literalität in der Erst- und Zweitsprache zu fördern.

    Dieser Beitrag beschreibt die Aktivitäten der beiden Bibliotheken genauer und geht auf die Frage ein, wie diese weiterentwickelt werden könnten, um nachhaltiger zu wirken und weitere Zielgruppen zu erreichen.

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  • Fokusartikel |  aus der Praxis «Willkommen! Ihre Bibliothek» – Die Stiftung Bibliomedia Schweiz unterstützt Bibliotheken, die geflüchtete Menschen willkommen heissen von Franziska Baetke

    Das Projekt «Willkommen! Ihre Bibliothek»: Die Stiftung Bibliomedia Schweiz hat 2016 ein Projekt ins Leben gerufen, das öffentliche Bibliotheken dabei unterstützen soll, sich für geflüchtete Menschen zu öffnen. Bibliomedia stellt den beteiligten Bibliotheken Deutschlehrmittel, Wörterbücher und Medien in den Herkunftssprachen der Geflüchteten in ihrer Gemeinde kostenlos zur Verfügung und berät sie bei der Vermittlung dieses Angebots an die neue Benutzergruppe. Am Projekt beteiligen sich zurzeit 50 Gemeindebibliotheken und 2 Asylzentren, die Rückmeldungen sind positiv.

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  • Fokusartikel |  aus der Praxis Flüchtlingskinder und neu zugewanderte Kinder auf dem Weg zur Schrift unterstützen – Erweiterung der methodisch-didaktischen Kompetenzen von Lehramtsstudierenden im Projekt «LUK!» von Elke Inckemann, Anna Lautenschlager

    Spätestens die Flüchtlingswelle in den Jahren 2015/2016 hat in Deutschland darauf aufmerksam gemacht, dass Lehrkräfte besondere methodisch-didaktische Kompetenzen für den Umgang mit Diversität und sprachlicher Vielfalt benötigen. In dem Beitrag werden Ergebnisse aus der Begleitforschung des Projektes «Lernpaten unterstützen Klassen mit Flüchtlingskindern (LUK!)» vorgestellt, in der die (schrift)sprachlichen Fähigkeiten der Kinder und die methodisch-didaktischen Kompetenzen der Lehramtsstudierenden erhoben werden.

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Stimmen zur Plattform

Für meine eigene Arbeit sind die aktuellen Einblicke in benachbarte Forschungsfelder von besonderer Bedeutung. Cornelia Rosebrock, Goethe-Universität, Frankfurt a.M.
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