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Nr. 2022 | 2

Schreiben und Denken, Schreiben und Lernen

Schreiben hat nicht nur die Funktion, Gedanken zur Erinnerung festzuhalten, sondern ist auch ein zentrales Werkzeug zur Verarbeitung und Produktion von Wissen. Das Übertragen der Gedanken auf Papier begünstigt das Strukturieren, Verbinden und Überprüfen von Ideen. Während des Schreibprozesses werden mentale Repräsentationen mit dem entstehenden Text fortwährend abgeglichen, korrigiert und erweitert. Die Schrift wird somit zu einem Medium, das Verstehensvorgänge unterstützen und neues Wissen hervorbringen kann.

Schreibentwicklungsmodelle verweisen darauf, dass sich das Schreiben in seiner epistemischen Funktion erst zum erwachsenen Alter hin entwickelt und grosser Schreibexpertise bedarf. Das Schreiben als denkbegleitende Handlung kann dagegen bereits Kinder dabei unterstützen, Sachverhalte zu verstehen und sich inhaltliche Gegenstände zu erschliessen. Die Verbindung von Schreiben und fachlichem Lernen kann sich deshalb – unter Berücksichtigung geeigneter Aufgabenformate und Textformen – als äusserst fruchtbar erweisen. Mehr

  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Förderung der Text-/Schreibkompetenzen von Schüler:innen im Fachunterricht der gymnasialen Oberstufe im Zusammenhang mit dem fachlichen Lernen von Lena Decker

    In dem folgenden Beitrag wird ein Schreibcurriculum für die gymnasiale Oberstufe mit insgesamt vier argumentativen Textformen vorgestellt, welches sowohl die Text-/Schreibkompetenzen als auch das fachlichen Lernen von Schüler:innen fördern soll. Beim Verfassen dieser Textformen kommt bestimmten Textprozeduren etwa im Bereich des Referierens und Diskutierens von Forschungspositionen eine besondere Bedeutung zu, deren Beherrschung auch grundlegend für eine erfolgreiche Teilnahme an wissenschaftlichen Diskursen ist. Feilke, Lehnen & Steinseifer (2019) sprechen in diesem Zusammengang auch von „Eristischer Literalität“. Da nicht davon ausgegangen werden kann, dass alle Schüler:innen – v.a. diejenigen mit Deutsch als Zweitsprache – über solche Textprozeduren verfügen, sollten diese systematisch vermittelt werden. Dazu wird im Beitrag ein didaktisches Konzept präsentiert, welches sich ohne Mühe in den Fachunterricht integrieren lässt.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Taxierte Schreibaufgaben – Die revidierte Bloom-Taxonomie als Analyse- und Planungswerkzeug für das Lernen mit dem Schreiben von Maik Philipp

    Schreiben gilt als probates Mittel des Wissensaufbaus und der Wissensanwendung und damit als lernförderlich. Bei näherer Betrachtung erweist sich Schreiben allerdings nicht als homogenes Konstrukt des Fachlernens, sondern als komplexer Gegenstand mit verschiedenen Zielen, spezifischen lernrelevanten Prozessen und divergierender Effektivität. Der Beitrag widmet sich einer Möglichkeit, dieser Heterogenität analytisch zu begegnen. Mittels der revidierten Lernziel-Taxonomie von Bloom lassen sich Wissensarten und kognitive Prozesse kombinieren, um dadurch das Anforderungsprofil und die Ziele von Lernaufgaben zu bestimmen. Ausgehend von der Vorstellung der Taxonomie und der Explikation ihres potenziellen Nutzens für didaktische Zwecke beim Lernen mithilfe des Schreibens wird der Ertrag in drei Analysen prototypischer und gleichwohl unterschiedlicher Lernaufgaben verdeutlicht. 

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  • Fokusartikel |  aus der Praxis Philosophieren mit Kindern – im Medium der schriftlichen Sprache von Stefan Schröter

    Philosophieren mit Kindern fordert und fördert Sprachkompetenzen. Mit einem deutschdidaktischen Blick auf das Philosophieren mit Kindern fällt auf, dass dieses auf der Primarstufe überwiegend für eine Durchführung im Medium der mündlichen Sprache konzipiert ist. Dabei bleibt ausser Acht, dass insbesondere auch eine Durchführung philosophischer Unterrichtssequenzen im Medium der schriftlichen Sprache vielfältige Lernchancen bietet – dies sowohl für den Auf- und Ausbau spezifisch bildungssprachlicher Sprachkompetenzen als auch für die Förderung von Schreibkompetenzen.

    Dieser Artikel stellt eine Unterrichtsidee für den Deutschunterricht vor. Dabei erfahren die Leser:innen, wie sie mit Schüler:innen auf der Primarstufe ausgehend von literarischen Textlektüren im Medium der geschriebenen Sprache philosophieren und dabei auch die Kompetenzen des Deutschunterrichts, insbesondere die Schreibkompetenzen, gezielt fördern können.

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  • Weiterer Artikel |  aus der Wissenschaft Zum Verhältnis von Textverständnis und literarästhetischer Rezeption von Lara Diederichs

    Der Beitrag behandelt die Leseprozessbestandteile einer literarästhetischen Rezeption und ihrem Bezug zum Textverständnis. Obwohl Lektüre insbesondere im Hinblick auf das literarische Lernen als Prozess aus subjektiven, affektiv-emotionalen Handlungen aufgefasst wird, die in einem Wechselspiel mit reflexiv-kognitiven Handlungen stehen, bleibt in fachwissenschaftlichen Kontexten häufig die Beachtung der basalen Leseprozessebene im Hintergrund. In der Praxis hingegen scheint diese eine zentrale Voraussetzung für die Zugänge zum erfolgreichen Lesen zu bilden, so gewinnen Lesestrategien zur kognitiven Gliederung und zum Leseverstehen durch die PISA-Ergebnisse 2018 wieder an Relevanz (Sälzer, 2021, S. 9). Zur Diskussion steht, wie entscheidend das basale Textverständnis für eine genussvolle und vertiefte Lektüre literarischer Texte ist. Zunächst wird der Begriff der literarästhetischen Rezeption näher erläutert und in ein Verhältnis zum Textverständnis gesetzt. Anschliessend werden literarästhetische Rezeptionsprozesse modelliert und Implikationen für die Schulpraxis aufgezeigt.

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  • Weiterer Artikel |  aus der Praxis Interkulturalität, sprachliche Vielfalt und «Alte Sprachen» von Antje-Marianne Kolde

    Während die Verbindung zwischen antiken und modernen Sprachen von Lehrpersonen oft thematisiert und in Lehrmitteln hervorgehoben wird, finden Latein und Griechisch weder im GER (Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen) noch im RePA (Referenzrahmen für plurale Ansätze zu Sprachen und Kulturen) unter den Aspekten Interkulturalität und Mehrsprachigkeit Erwähnung.

    Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, inwiefern diachrone Sprachbetrachtung den Aufbau mehrsprachiger und plurikultureller Kompetenzen fördert.

    Im ersten Teil werden einige Aktivitäten aus einem Lehrbuch vorgestellt und analysiert, das im Kanton Neuenburg (CH) im Rahmen des Unterrichtsmoduls «Langues et cultures de l’Antiquité» eingesetzt wird. Das Modul verfolgt das Ziel, Schüler:innen für Parallelen und Unterschiede zwischen antiken und modernen Sprachen und Kulturen zu sensibilisieren.

    Im zweiten Teil kommen zwei Lehrpersonen zu Wort: Sie legen dar, wie sich der Einbezug von Griechisch und Latein im Unterricht auf die Entwicklung mehrsprachiger und plurikultureller Kompetenzen bei den Schüler:innen auswirkt. Die Schlussfolgerung enthält eine Bilanz sowie eine Reihe von Anregungen.

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  • Fokusartikel |  aus der Praxis Schreiben im Mathematikunterricht der Grundschule – Sprachkompetenz diagnostizieren und fördern von Alexandra Merkert, Gerlinde Lenske

    Zahlreiche empirische Studien verweisen auf die Schlüsselfunktion von Sprache für das Lernen und den Schulerfolg, was insbesondere auch für den Mathematikunterricht vielfach nachgewiesen werden konnte. Dem Schreiben, als einem wesentlichen Teilbereich von Sprachkompetenz, kommt im Kontext schulischen Lernens nicht nur eine kommunikative, sondern auch epistemische Funktion zu. Dieses Potenzial kann auch im Fach Mathematik genutzt werden. Im Fokus des vorliegenden Beitrags steht daher das Schreiben im Mathematikunterricht der Grundschule unter Betrachtung von Schüler:innentexten der Klassenstufen 3 und 4, im Alter von ca. 8 bis10 Jahren. Behandelt wird sowohl die Diagnostik schriftsprachlicher Kompetenzen, wofür ein Testverfahren vorgestellt wird, als auch Möglichkeiten zu deren Förderung im Fachunterricht.

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  • Fokusartikel |  aus der Praxis (Sprach-)bewusst mehrsprachig schreiben von Wolfgang Sahlfeld, Vincenzo Todisco

    Das Gespräch befasst sich mit dem bewusst mehrsprachigen Schreiben eines italienischsprachigen Schweizer Autors. Ausgehend von Vincenzo Todiscos auf Deutsch geschriebenen und dann von ihm selbst auf Italienisch übersetztem Roman «Das Eidechsenkind» dreht sich das Gespräch um mehrsprachiges Schreiben, um das Verhältnis des Autors mit seinen Sprachen und deren Potential und um das didaktische Potential von bewusst mehrsprachigem Schreiben.

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    Deutsche Übersetzung des Artikels (IT)

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Denken, um zu schreiben, Schreiben, um zu lernen: von der Theorie zur Praxis von Luigia Centurelli, Sara Pandolfi

    Nach einer anfänglichen Analyse der Unterschiede zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit werden in diesem Artikel Forschungsarbeiten vorgestellt, die sich mit den besonderen Aspekten des schriftlichen Verfassens befassen, das nicht mehr als eine Praxis verstanden wird, die auf ein "Produkt" abzielt, sondern als kognitiver Prozess, der sich in einer Diskurspraxis niederschlägt.
    Im zweiten Teil des Artikels werden zur Untermauerung der theoretischen Ausführungen "Alltagsfragmente" vorgestellt: von den Autorinnen entworfene und in der Schule umgesetzte Arbeitsvorschläge, anhand derer sie veranschaulichen, wie, zu welchen Zwecken und auf welche Weise man mit den Lernenden am schriftlichen Ausdruck arbeiten kann. Ziel dieser Fragmente ist es nicht, dem Leser einen Weg aufzuzeigen, den er im Unterricht neu beschreiten kann, sondern vielmehr den Nachweis zu erbringen, dass in jeder Schulstufe und in jeder Klasse "gute" Schreibpraktiken angewandt werden können, die den Lernenden nicht nur beim Schreiben, sondern vor allem beim Schreibenlernen helfen.

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  • Weitere Artikel *Von der Familiensprache zur Schulsprache im 1. und 2. Bildungsjahr: Chronik eines Übergangs von Anne Paccolat, Catherine Tobola Couchepin, Valérie Michelet

    *Dies ist eine Übersetzung des Artikels: «Du langage familial au langage scolaire en 1-2H : chronique d’une transition» erschienen in der Nummer 1/2022

    Um in der Schule erfolgreich zu sein, müssen Schüler:innen sich die Normen und Regeln des gemeinsamen Lernens aneignen und eine Sprache verwenden können, welche die Gegenstände der Welt hinterfragt, um sie zu Lerninhalten zu machen. Diese Akkulturationsarbeit erfolgt über den Erwerb der Schulsprache, dem Hauptinstrument der schulischen Sozialisation.
    In diesem Beitrag untersuchen wir, wie anhand schüler:innenseitig initiierter Handlungen und unter Einbezug der gesamten Klasse der Erwerb der Schulsprache prozessual unterstützt werden kann.

    Um dieser Frage nachzugehen, stellen wir eine Fallstudie einer Klasse im 1. und 2. Bildungsjahr vor. Im Zentrum stehen Gelegenheiten und Umstände, in deren Kontext die Perspektive der Kinder auf einen Lerngegenstand – in unserem Fall die Leserichtung – von derjenigen der Lehrerin abweicht.

    Wir analysieren anhand einer kindseitig initiierten Situation, wie sich das Programm der Lehrerin mit dem Programm des Kindes kreuzt und welche Wissensebenen dabei eine Rolle spielen. Letztere basieren auf grundlegenden und fachspezifischen Fertigkeiten in der Unterrichtssprache. Die Analyse des interaktionalen Regulierens zeigt die Komplexität der Arbeit am Schulspracherwerb auf, welche die Lehrerin mit den Schüler:innen leistet.

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    Italienische Übersetzung des Artikels (IT)

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  • Weiterer Artikel |  aus der Praxis Die Lektüre einer Maëlys-Geschichte als Anreiz fürs Schreiben im gleichen Genre von Sonia Guillemin

    Sich für einen Schreibwettbewerb anzumelden, nachdem man im Unterricht oder zu Hause einige Bücher von Ch. Pompéï gelesen hat, ist eine interessante Aktivität, die über den rein schulischen Rahmen hinausgeht.

    Seit 2020 organisiert «le service des bibliothèques et archives» der Stadt Lausanne einen Schreibwettbewerb, der sich an Schüler:innen im Alter von 8 bis 12 Jahren richtet. Im Rahmen des Wettbewerbs "Ecris ton enquête de Maëlys" verfassen die jungen Schriftsteller:innen einen Text von etwa einer A4-Seite (maximal zwei Seiten), in dem die Figuren Maëlys und Lucien sowie der Wohnort des Kindes eine Rolle spielen. Der Text wird handschriftlich oder mit dem Computer geschrieben und das Kind notiert auf dem Dokument seine Kontaktdaten.

    Dieser Artikel geht der Frage nach, inwiefern die vorgängige Lektüre der Maëlys-Bücher die Schüler:innen beim Verfassen der eigenen Texte leitet. Dazu wird zunächst das Genre «récit d’énigme» definiert und der Ablauf des Wettbewerbs beschrieben. Danach wird gezeigt, wie die Schüler:innen von der Lektüre der prototypischen Maëlys-Geschichten ausgehend ihre eigenen rätselhaften Erzählungen konzipieren. Am Ende des Beitrags kommen die Jurymitglieder zu Wort und es wird aufgezeigt, in welcher Form ein solches Projekt Schreiberfahrungen von Kindern erweitern kann.

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Für meine eigene Arbeit sind die aktuellen Einblicke in benachbarte Forschungsfelder von besonderer Bedeutung. Cornelia Rosebrock, Goethe-Universität, Frankfurt a.M.
Die Internetseite der Zeitschrift ist ein Schatz von Publikationen zur aktuellen Literalitätsforschung. Die thematische Ausrichtung der Ausgaben liefert eine stets hochaktuelle Agenda der Fragen, über die die Literalitätsforschung spricht. Helmuth Feilke
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