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Nr. 2018 | 3

Neue Lehrpläne und Literaturdidaktik

Im Rahmen der nationalen Harmonisierung hat sich das Bildungssystem in der Schweiz in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Dies betrifft auch den Bereich der literarischen Bildung, der im Lehrplan 21 durch den Kompetenzbereich «Literatur im Fokus» deutlich aufgewertet wurde. Vor diesem Hintergrund stehen die Lese- und Literaturdidaktik erneut im Zentrum des öffentlichen wie schulischen Interesses. Befassten sich beide Disziplinen seit jeher mit der Frage, welche Texte Schülerinnen und Schülern im Lese- und Literaturunterricht, wie vermittelt werden können, nehmen zahlreiche empirische Forschungen in jüngerer Zeit zunehmend auch die Lernenden und Lehrenden und die Frage nach Erwerb und Vermittlung literaler Kompetenzen in den Blick. Damit stehen die aktuelle Lese- und Literaturdidaktik im erweiterten Spannungsfeld zwischen Gegenstands-, Leser/innen- und Kompetenzorientierung. In diesem Zusammenhang gewinnen Lern- und Testaufgaben auch im Literaturunterricht zunehmend an Bedeutung. Mehr

  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Zum Verstehen beitragen: zwei Rahmen für die Vermittlung des Textverständnisses am Schulanfang von Marie-France Bishop

    Der Artikel stellt zwei Rahmen für das Lesevertändnis im Unterricht vor, das schrittweise Lesen und das «Visibiléo»*, die in den Vororten von Paris entwickelt und getestet wurden. Basierend auf den Ergebnissen einer französischen Lese- und Schreibforschung bestand das Prinzip darin, einen didaktischen Rahmen zu definieren, der es ermöglicht, die realen Praktiken der Lehrer und Lehrerinnen sowie die Bedürfnisse der Schüler und Schülerinnen zu berücksichtigen. Beide Instrumente erleichtern die Interaktion mit den Lesenden und unterstützen die schlussfolgernde Arbeit, das Hinführen zum Textverständnis und das Entwickeln einer mentalen Repräsentation eines Textes. Die Handlungen der Lehrer und Lehrerinnen spielen in diesem Prozess eine wichtige Rolle, da sie die Öffnung eines für jede Verständnisaktivität notwendigen kognitiven Raumes erleichtern.
    *«Visibiléo» ist eine in diesem Projekt entwickelte ganzheitliche Methode, um den Verstehensprozess grafisch sichtbar zu machen und damit die mentale Repräsentation der gelesenen Geschichte zu formen.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Disziplinierung des «Le petit roi» durch die Literatur – Die Kontextualisierung, ein Instrument im Wandel von Christophe Ronveaux

    Wir sind an der Vermittlung des Leseverständnisses und an der Arbeit der Unterrichtenden interessiert, wie sie im Rahmen des Französischunterrichts und im Umgang mit Kinderliteratur durchgeführt werden. Insbesondere beobachten wir, wie die Lehrpersonen die Erarbeitung eines neuen Textes mit Hilfe des Instruments der Kontextualisierung vorbereiten. Ein solches Instrument ist nie neutral und transparent, es trägt die Bedeutungen seiner bisherigen Verwendung. Wir gehen davon aus, dass die Umsetzung eines neuen Instruments von seinen bisherigen Anwendungen abhängt. Die Analyse basiert auf einer Forschungsarbeit in Genfer Grundschulen (Stufe 3, 6. Lebensjahr). Wir vergleichen, wie sechs Lehrende eine neue Methodik aufgreifen und die gleiche Kontextualisierungsaufgabe erfüllen, um sich auf das Lesen des Bilderbuchs «Le petit roi» vorzubereiten. Die Variation der Unterschiede zwischen der vorgegebenen Aufgabe und der neu definierten Aufgabe liefert ein Mass für die Wirkung in der darauf folgenden Praxis. Es scheint, dass Lehrende das Instrument modifizieren, indem sie im Laufe der Umformulierungen die intertextuellen Dimensionen der vorgegebenen Aufgabe neutralisieren.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Lernen mit Literatur in einem kompetenzorientierten Unterricht von Simone Giusti

    Der Artikel analysiert die Präsenz der Literatur im Lehrplan der Tessiner Schulen und diskutiert dann theoretische Studien, die nützliche Einblicke in den Bildungswert der Literatur im Unterricht liefern können, wobei der narrative Ansatz und der integrierte Unterricht von Lesen und Schreiben im Vordergrund stehen.

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  • Fokusartikel |  aus der Praxis Lektüre und Literatur auf der Sekundarstufe I. Konzepte, deklarierte Methoden der Lehrerinnen und Lehrer und Vorschläge für Unterrichtssequenzen von Sonya Florey, Vanessa Depallens

    Dieser Artikel dokumentiert die Verbindung zwischen den verwandten schulischen Disziplinen des Lese- und Literaturunterrichts, die aber auch Teil verschiedener Epistemologien sind. Die Autorinnen analysieren den Lehrplan der französischen Schweiz und die daraus abgeleiteten Unterrichtskonzepte. Sie stellen diese den Vorstellungen über diese Fächer und der deklarierten Praxis des Lese- und Literaturunterrichts künftiger Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarstufe I gegenüber. Der Artikel präsentiert ferner eine Unterrichtssequenz, in der ein Element herausgearbeitet wird, das als Erschwernis dieser Verbindung erkannt wird, nämlich die Vermittlung der Literaturlektüre, bei der ein wechselnder Textbezug zwischen Objektivität und Subjektivität gepflegt wird.

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  • Fokusartikel |  aus der Praxis Lyrikvermittlung in einem kulturellen Ansatz des Französischunterrichts. Eine Möglichkeit der didaktischen Übertragung von Stéphanie St-Onge

    In diesem Beitrag werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Lyrik mit Hilfe komplementärer Konzepte und eines allgemeineren Ansatzes vermittelt werden kann. Ausgegangen wird von den Grundlagen der Bildung, das heisst von einem kulturellen Ansatz des Französischunterrichts, und von einem theoretischen Ansatz der Literaturdidaktik, von einem «Leser als Subjekt». Wir präsentieren eine Unterrichtssequenz in Französisch am Cégep (Collège d’enseignement général et professionnel) (Québec), wo diese beiden Ansätze integriert werden mit dem Ziel, die subjektive, emotionale und intellektuelle Betroffenheit der Studierenden beim Lesen von zeitgenössischer Lyrik einzubeziehen.

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Stimmen zur Plattform

Für meine eigene Arbeit sind die aktuellen Einblicke in benachbarte Forschungsfelder von besonderer Bedeutung. Cornelia Rosebrock, Goethe-Universität, Frankfurt a.M.
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