Der Artikel geht der Frage nach, inwiefern sich das Lesen von Texten am Bildschirm modal unterscheidet von Leseakten mit Print-Texten. Dafür werden die Anforderungen, die lernendes Lesen im WWW an Rezipienten stellt, skizziert und anschließend denjenigen Anforderungen kontrastiert, die immersive literarische Lektüreakte verlangen. Ersteres geschieht unter Rückgriff auf die kognitionspsychologischen Modellierungen des Lesens und die Vorgehensweise der aktuellen PISA-Studie, im literaturwissenschaftlichen Teil dagegen wird die Zeiterfahrung im literarischen Lesen vor dem Horizont der Rezeptionsästhetik fokussiert, sodass im Beitrag unterschiedliche, gleichwohl didaktisch bedeutende Paradigmen angeführt werden. Diskutiert wird die so entwickelte Opposition von recherchierender Netzlektüre und immersivem literarischen Lesen im Blick auf die Vermittlung von Lesekompetenz. Dafür wird die in der Stavanger-Erklärung formulierte Befürchtung einer allgemeinen Verflachung der Lesekultur aufgegriffen und in didaktischer Perspektive bewertet.
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https://doi.org/10.58098/lffl/2020/2/694