Early Literacy – die Literacy vor der Schule – ist im englischen Sprachraum ein Konstrukt, das in Curricula für das Vorschulalter einen wichtigen Raum einnimmt. Entsprechend gibt es dort zahlreiche Kompetenzbeschreibungen zur Early Literacy, die sich teilweise stark von Anregungen und Vorgaben in Bildungs- und Orientierungsplänen für das Vorschulalter im deutschsprachigen Raum unterscheiden. Dies ist Ausdruck unterschiedlicher Bildungsverständnisse für diese Altersgruppe: auf der einen Seite an Selbstbildung, auf der anderen Seite an einem Curriculum orientiert (vgl. Drieschner 2010). In einer Feldstudie wurden Beobachtungen zu Schriftpraktiken im häuslichen Umfeld von einem Jungen im Alter von 3,3 – 6,6 Jahren gesammelt und im Sinne der adaptive theory nach Layder (1998) ausgewertet. An dieser Studie wird sichtbar, dass Selbstbildung im Hinblick auf die Early Literacy möglich ist, sie jedoch eines Umfeldes bedarf, in dem Kinder sich aktiv mit Schrift auseinandersetzen können. Entsprechend ist es Aufgabe vorschulischer Bildungseinrichtungen, allen Kindern – unabhängig von ihrem sozio-kulturellen Hintergrund – Erfahrungen im Bereich der Schriftkultur zu ermöglichen und zu fördern.
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https://doi.org/10.58098/lffl/2015/3/553