Musik und Sprachen begegnen sich insbesondere in der gesungenen Musik. Unser Artikel beschäftigt sich mit der Rezeption von Vokalmusik. Wir präsentieren zwei pädagogische Ansätze, die darauf abzielen, musikalische Lernprozesse im Zusammenhang mit gesungenen Repertoires zu fördern. Zum einen fokussieren wir die Herangehensweisen von Akteur:innen der Kulturvermittlung, zum anderen diskutieren wir den Einsatz von Partituren als didaktische Umgebungen. Unsere Untersuchung basiert auf Analysen von Unterrichtsmaterialien, die Lehrpersonen von verschiedenen kulturellen Institutionen zur Verfügung gestellt werden, sowie auf Analysen von Partituren ausgewählter Werke. In der Dokumentenanalyse treten zwei verschiedene Arten von Informationen hervor, die in der Regel in den pädagogischen Materialien nicht berücksichtigt werden, jedoch die Interpretation der Werke beeinflussen. Es sind dies die Hinweise für Sänger:innen in den Partituren - die weder gesungen noch gesprochen werden - sowie die Deskriptoren zur Beschreibung der Vokalität. Wir gehen deshalb der Frage nach, ob diese Hinweise und Deskriptoren den Aufbau von Kompetenzen im Bereich der Interpretation unterstützen können. Wir kommen zum Schluss, dass Mediator:innen sowie Lehrpersonen komplementäre Rollen bei der Interpretation spielen können, indem sie jeweils dem Text und den musikalischen Lerninhalten einen hohen Stellenwert einräumen.
Weiterlesen im PDF (FR)Export RefWorks/Endnote
https://doi.org/10.58098/lffl/2024/1/810