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Literalität und literale Kompetenz: Kultur, Handlung, Struktur

aus der Nr. 2011 | 1 zum Thema «Literalität als Konzept»

Helmuth Feilke

Kinder, aber auch Erwachsene, die eine «literale Kompetenz» aufbauen und erwerben, haben es mit ganz unterschiedlichen Erwerbsaufgaben zu tun. Sie lernen eine neue Kultur mit eigenständigen Interessen und Handlungsformen kennen; neben der eigenen Erfahrung werden Texte zu einer eigenständigen Wissens- und Erfahrungsquelle. Das Spektrum der eigenen Handlungsmöglichkeiten wird erweitert: persönlich Bedeutsames Festhalten, über Distanzen auch mit Fremden kommunizieren können und Themen schreibend vertiefen zu können, sind nur Beispiele dafür. Schließlich muss auch eine neue Sprache gelernt werden. Für viele ist die Schriftsprache immer noch die erste Fremdsprache, was mit neuen spezifisch literalen Spracherwartungen zusammenhängt, die in der mündlichen Spracherfahrung kaum eine Rolle gespielt haben. Der Beitrag stellt die Forschungsdiskussion zu diesen Fragen vor und plädiert für ein umfassendes Konzept literaler Kompetenz, dass über die Vereinfachungen in der aktuellen Bildungsdiskussion hinausreicht.

LiteralitätundliteraleKompetenz:Kultur , Handlung , Struktur HelmuthFeilke Abstract DieDiskussionundempirischeForschungzuLiteralitätundliteralerKompetenzindenSozialwissenschaf ten , derPsychologie , denSprachwissenschaftenunddenDidaktikenhatindenvergangenen30Jahren Theorien , KonzepteundErgebnissehervorgebracht , anderentheoretischerIntegrationzuarbeitenist.Der vorliegendeBeitragbestimmtLiteralitätzunächstineinemweitenSinnalsdieGesamtheitvonEinstellun genundFähigkeiten , gesellschaftlichenRollenundInstitutionen , diefürdenFortbestandeinerSchriftkul turgebrauchtwerden.ImAnschlusswirddasKonzeptindreiAspekteaufgelöst:Literalitätundliterale KompetenzwerdenunterdemAspektderkulturellenVoraussetzungendesErwerbs , unterdemAspektdes SchreibensundLesensalsProblemelösendesHandelnundunterdemAspektderbesonderenSprachlich keit , dieLiteralitätmithervorbringt , thematisiert.AllendreiAspektenwerdenkategorialverschiedeneEr werbstypenzugeordnet:UnterkulturellemAspektgehtesumSozialisation , unterdemHandlungsaspekt umdiesozialkognitiveEntwicklungunddenentwicklungspsychologischzurekonstruierendenAufbau einerliteralenHandlungskompetenz.UnterdemsprachlichenAspektschließlichgehtesumSchriftsprach erwerbalsdenErwerbeinesSpektrumsfunktionaleigenständiger , literalerSprachformen.Dabeilenktder BeitragdenBlickaufvielfachvernachlässigteEinflussgrößen.ErbetontdiewichtigeRollederkulturellen EinbindungdesSchreibensundLesensinumfassendere  literalePraktiken  . Ermachtaufmerksamaufdas Gewichtdessogenannten  ModellLernens  unddesLernensdurchBeobachtungbeimAufbauliteraler Kompetenz.ErbetontdiebesondereBedeutung , diedemLesenfürdenAufbauvonSchreibkompetenz zukommt , underzeigt , dassSchriftlichkeitinunsererKulturidealisierte , abernichtsdestowenigernotwen digeSpracherwartungen (  Explizitformenerwartung  ) hervorbringt , dieLernerdazuherausfordern , mit demEintrittindieSchriftlichkeitihrSprachverhaltenimGanzenzurestrukturieren.DerletzteTeildesBei tragsdiskutiertdidaktischeKonsequenzen:DerKulturaspekt , derHandlungsaspektunddersprachliche AspektvonLiteralitätsindinKonzeptezurDiagnosewiezurFörderungliteralerKompetenzmiteinzube ziehen . Schlüsselwörter Literalität , Schriftlichkeit , Schreiben , Schreibdidaktik , literaleKompetenz Ò Titre , chapeauetmotsclésenfrançaisàlafindelarticle Autor HelmuthFeilke InstitutfürGermanistik , JustusLiebigUniversitätGiessen , OttoBehaghelStrasse10B , D35394Giessen helmuth.feilke @ germanistik.unigiessen.de www.leseforum.ch | www.forumlecture.ch  1 / 2011 1LiteralitätundliteraleKompetenz:Kultur , Handlung , Struktur HelmuthFeilke 1 . InterdisziplinaritätundAktualitätdesThemas ZurFrage , wasSchriftlichkeiteigentlichistundwasanihrimBlickaufBildungsprozessedasWichtigeund Relevanteist , gibteswissenschaftlichverschiedeneVorstellungenundAntworten.Mandenkeetwaanden TextbegriffinderTheologieoderderRechtswissenschaftoderdenSchriftbegriffinderKalligraphie , der Kunstdes " schönen " Schreibens.EsgibtsehrunterschiedlichedisziplinäreKulturendesNachdenkensüber SchriftundSchriftlichkeit , diezumgroßenTeilauchgarnichtimGesprächmiteinanderstehen.DieseEin schränkungistnotwendig , wennimFolgendenaussprachwissenschaftlicherundsprachdidaktischerSicht eintheoretischerRahmenzurDiskussionvonSchriftlichkeitundLiteralitätvorgeschlagenwird . DieöffentlichenVorzeichen , unterdenenwirheuteüberSchriftlichkeitundLiteralitätsprechen , bilden einenzunehmendrestriktivenVerständigungskontext.DasöffentlicheInteresseanderLiteralitäthatsich nachPISAinnerhalbderletzten10JahreaufeineGretchenfragezugespitzt , dieheißt:Wasgenaumussdie Gesellschaft , mussdieSchule , müssendieLehrerinnenundLehrerdafürtun , dassSchülerinderjeweils nächstenRundebeiPISAundDESI , IGLUundVERAundanderenGroßuntersuchungendieserArtbesser abschneiden ? Werwolltenicht , dasssiebesserabschneiden ? AberimZugederwichtigenDebattedazu gehtleichtunter , dassdiedenbildungspolitischenDiskursbeherrschendensogenannten  largescale assessments  dieöffentlicheDiskussionüberLiteralitätsehrstarkkanonisieren.DieDebatteüberSchrift kompetenzenfindetunterdenVorzeichendeseffizientenpädagogischenMitteleinsatzes ( Kernaufgaben ) unddervergleichendenLeistungsmessungundbeurteilungstatt.Ganzoffenkundigisthiervielesversäumt worden , dennsonsthättederSchulenichtentgehenkönnen , wievieleSchülerinderTatvonderLiterali tätsentwicklungderGesellschaftimGanzenabgeschnittenzuseinscheinenundtrotz , jasogarwegender Schule , zuIlliteratenwerden.MitderneugewonnenenAufmerksamkeitfürdieDefiziteabersinddieGe fährdungspotentialefürdieEntwicklungvonIlliteralitätkeineswegsgebannt.Siekönntensogarsteigen , undzwaralsFolgederAufklärungundfalschverstandenerFürsorgeselbst:DieStandardsdesErhebens undMessensinlargescaleUntersuchungenerzwingenvielfacheinmethodischesVorgehenundeineArt derAufgabenkonstruktionundProduktauswertung , die  wennsie " Schule " macht  literalitätsdidaktisch inhohemMaßeproblematischist : ManinteressiertsichnurfürdieProdukte , kaumaberfürdieProzessedesLesensundSchreibens.Hier widersprichtbeimSchreibendermethodischeErhebungsstandardindensogenanntenAufsatzstudienden ForderungenderBildungsstandards , dieausdrücklichProzesskompetenzenfordern . " Manwertetnur , wasineinerknappbemessenenZeiteinheitproduzierbarist . ( z.B.vs.Portfolio , Lerntagebücheretc . ) " Manwertetnur , waszueinembestimmtenZeitpunktproduziertwird , berücksichtigtabernichtdie Kompetenzentwicklung.DasheißtdieLeistungsmessungistnichtaufdenErwerbsprozessbezo gen , undlässtdamiteineninLinguistikundSprachdidaktikselbstverständlichenAspektderMes sungunderstrechtderBewertungsprachlicherLeistungenaußerBetracht . " ManberücksichtigtnurProdukteindividuellerLeistungsabfragen , nichtaberGesichtspunkteko operativerundkollaborativerLeistungsfähigkeit ( z.B.Tandemlernen , kollaborativesSchreiben , Schreibkonferenz ) . " ManwähltauspragmatischenGründenforschungsmethodischhandhabbare , aberdidaktisch fragwürdigeInstrumente , etwaLehrerdiktatezurÜberprüfungderRechtschreibfähigkeitundden klassischenAufsatzzurÜberprüfungderSchreibfähigkeit.HiersindLernbeobachtungenundauf gabendifferenzierteSchreiberhebungendidaktischwesentlichinformativer . " SchließlichinteressiertmansichunmittelbarnurfürdieErgebnissederLeistungsmessung ; nurmit telbar , inderRegelaberüberhauptnichtfürdieBedingungeneinererfolgreichenRückkopplung HelmuthFeilke 2vonLeistungsbewertungundnachfolgendzuveränderndenLernprozessen.Hierfürwärenstärker didaktischintegrierteFormenderFeststellungvonLernständenerforderlich , dieeserlauben , die ErgebnisseinVerbindungmitMerkmalenderLernumgebungunddesUnterrichtszubringen . Esmagsein , dasslargescaleUntersuchungenanderseinfachnichtzumachensind.Daswärezuprüfen.Es istauchrichtig , dassdieErhebungsformeninlargescaleUntersuchungennichtalsMusterfürdieFormen unterrichtlicherLeistungserbringungundbewertungintendiertsind . Esmussaberauchzudenkengeben , wennErhebungenzurLeistungsmessungreinausforschungspragma tischenErwägungenzuErhebungsformenkommen , diedenAnsprüchenlernpsychologischerundfachdi daktischerProfessionalitätnichtgenügenkönnen.Diesistumsobedenklicherangesichtsderzunehmenden  undseitensderSchuleundderLehrerallzuverständlichen  Bestrebungen , dieunterrichtlichenProdukti ons , RezeptionsundBewertungsformendenFormenderLeistungsmessungmöglichstweitgehendanzu passen . 2 . AspektederLiteralitätundliteralerKompetenz ObgleichleichterkennbarlateinischerHerkunftistdasWort  Literalität  eineEntlehnungausdemEngli schen.Literacymeintalltagssprachlichdie  abilitytoreadandwrite  odereinfachAlphabetisiertheit . ManchmaltrittalsweitereBedeutungskomponenteauch  BelesenheitundliterarischeBildung  hinzu.Den insDeutscheübertragenenBegriff  Literalität  dagegenfindetmannurimFachwörterbuch.Selbstdas entsprechendedeutscheWortSchriftlichkeitwirdz.B.imDudenUniversalwörterbuchmitdemGebrauchs hinweis  selten  versehen.DerFachbegriffLiteralitätimSinnevon " Schriftlichkeit " hatvielzutragen.Er ist , insbesondereinpädagogischenunddidaktischenZusammenhängen , Projektionsflächefürbildungs theoretischeKernideenundHoffnungenebensowiefürBefürchtungenzumVersagenimBildungsprozess . EinHauptgrunddafüristauchdieSchlüsselrolle , diedemerfolgreichenSchriftspracherwerbfürdieSchul undBildungsbiographieinsgesamtzukommt . DiefolgendenAusführungensindindreiHauptteilegegliedert , diejeweilsunterschiedlicheAspektevon Literalitätthematisieren.DieseAspektestehenuntereinanderineinemBedingungszusammenhang , derfür dasVerständnisderEntwicklungliteralerKompetenzstetsalsganzerimAugezubehaltenist.Ichunter scheideimBlickaufdieLiteralitätimFolgenden " einenKulturaspektmitderLeitfrage:WasbedeutetSchriftlichkeit ? " einenHandlungsaspektmitderLeitfrage:WiefunktionierenSchreibenundLesen ? " undeinen  sprachlichen  StrukturaspektmitderLeitfrage:Waseigentlichistdieschriftlicheoder geschriebeneSprache ? DieseAspektesindnichtunabhängigvoneinander , abersieumfassenjeweilssehrverschiedeneProblemzu sammenhängeundsiebindenjeweilsunterschiedlicheweitereBegriffe.Abbildung1fasstdiedreiAspekte  Kultur  Handlung  Struktur  ineinerÜbersichtzusammen.DieinderrechtenSpalteauftauchenden KonzeptewerdenindenfolgendenKapitelnnähererläutert . ZurKulturebene:JemandkannineinerSchriftkulturleben , aberilliteratundvonderTeilhabeanschriftkul turellenPraxeneinerGesellschaftausgeschlossensein.DasPhänomenspieltvorallemalssogenannter sekundärerAnalphabetismusauchinentwickeltenmodernenGesellschaftenleidereinezunehmendBe sorgniserregendeRolle.Oder:EinKindhatimeigenenFamilienumfeldkeineGelegenheit , erwachsene LeserundSchreiberzubeobachten.Wenigerdramatisch , dafürabervielleichtfürdenakademischenKon textalltäglicher:EinStudierendersolleinewissenschaftlicheHausarbeitschreiben , hataberkeinenVorstel lungdavon , washier " wissenschaftlich " eigentlichheißtundwaserwartetwird.DaswärenProblemeder Kulturebene . HelmuthFeilke 3Abbildung1 : AspekteliteralerKompetenz AufderHandlungsebenewärenanderePhänomenezuverortenundzuerklären:Jemandkannsichspre chendunterUmständensehrgutausdrücken , hatabergroßeProblemebeimSchreiben , undwiederholt landetdergeradebegonneneTextimPapierkorb.SchreibenistlangsameralsSprechen ; esfordert  eher alsdasSprechen  eineZerlegungundPlanungdesProduktionsprozesses ; esermöglichtdasÜberarbeiten , undfürbeidessindStrategienderProblemlösungzuentwickeln.DassindBeispielefürProblemedesHand lungsaspektsliteralerKompetenz . SchließlichhängenSchriftgebrauchundSpracheengzusammen:Sokannesauchsein , dassjemandflüssig undlockerformuliert , dasProduktabersprachlichdenAnsprüchenaneinenschriftlichenTextoderandie spezielleTextsortenichtgenügt.Wennmanetwaszwarsagen , abersonichtschreibenkann , dannistdas einProblemdersprachlichenMittel , derKenntnisvonFormenundsprachlichenNormenschriftlicher Kommunikation . HelmuthFeilke 4DeshalbwerdendieAspektebzw.dieEbenenderKultur , derHandlungundderSprachstrukturunterschie den.DaraufgeheichindenfolgendenKapitelnein . 3 . Literalität  derKulturaspekt SchriftlichkeitundLiteralitätrufenalsFachbegriffedieimWortfeldgegebenenAbgrenzungenauf.Die LeitdifferenzfürdenKulturaspektistderbisindieantikePhilosophiezurückreichendeGegensatzvonOra litätundLiteralität , MündlichkeitundSchriftlichkeit.LiteralitätbezeichnetindieserAbgrenzungdieGe samtheitvonEinstellungenundFähigkeiten , gesellschaftlichenRollenundInstitutionen , diefürdenFort bestandeinerSchriftkulturgebrauchtwerden.SchriftlichkeitistkeineanthropologischeKonstante.Siefällt unsnichtmitderGeburtindenSchoß , wiemanesfürdieSprachfähigkeitjedenfallszumTeilannehmen kann . LiteralverfasstisteineGesellschaft , dieihrWissenvoralleminTextenniederlegtundausTextenbezieht , unddieihreInstitutionen  Bildung , Religion , Wissenschaft , Recht  aufTexttraditionenundTextkritikauf baut.FürdieSchuleundfürdenUnterrichtistdaselementar.DieSchuleentstehtalsInstitutionmitder UmstellungdesLernensvoneinem " learningbydoing " aufeinLernenausTexten.LiteraleKompetenzen , dassinddiesozialen , emotionalen , kognitivenundsprachlichenFähigkeiten , diezurKommunikationmit Textengebrauchtwerden.Literalitätsetztalsoliteracyvoraus , istabermehralsdiebloßeMöglichkeit , sich schriftlichmitzuteilen.SieschließteinverändertesVerhältnisderMenschenzurSprache , zusichselbstund zurGesellschaftein . 3.1Kulturaspekt:AllgemeineliteraleKompetenz  einehistorischsehrjungeForderung SchriftlichkeitistkulturelleinspätesProduktinderGeschichtederMenschheitsentwicklung ( seitca . 5000 v.Chr . ) ( Ehlich1980 , Haarmann1994 ) . UndhistorischistdieSchriftinGesellschaftenschonlangeentwic kelt , bevoresindiesenGesellschaftendazukommt , dassdieAngehörigenbeginnen , mit ( heiligen ) Texten zukommunizierenundschließlichdasgesellschaftlicheWissenüberkanonischeTextereproduziert , kriti siertunderneuertwird ( ca . 200n.Chr . ) ( Assmann2000,93ff . , 118ff ) . DieUmstellungderkulturellenRe produktionaufeininTextenniedergelegtesWissengibtesalsoerstseitetwa1800Jahren.BisdieseTexte nichtmehrnurrituellzelebriert , sondernindividuellgelesenwerden  einwichtigerPunktisthierdieUm stellungaufdasleiseLesen  vergehennocheinmalca . 500Jahre ( vgl.Illich1991 , Parkes1999 , Manguel 2000 ) . EinweitererhistorischerSchritt  imDeutschennocheinmalca . 800Jahrespäterundalsogerade mal400Jahreher  istderÜbergangvonderLiteralitätalsElitenbildungzurLiterarisierungderBevölke rungundderAusbildungverbreiteterLesekompetenz.NocheinmaldeutlichspäteretabliertsichderAn spruchaufverbreiteteSchreibkompetenz ( vgl.Giesecke1998 ) . Damiterstsetztauchsprachlichdie VerschriftlichungderVolkssprachenunddieEntwicklungeiner " schriftlichenSprache " ein ( Ehlich1994,28 ff ) . EinLiteralisierungstandard , derdenAnspruchumfasst , ineinem " eigenverantwortlichenSchreibpro zess & ziel , adressatenundsituationsbezogen " eigeneTexteverfassenzukönnen , wieesindenseitDe zember2003vorliegenden  BildungsstandardsderdeutschenKultusministerkonferenz ( KMK ) fürmittlere Schulabschlüsse ( MSA )  imFachDeutschheißt ( Bildungsstandards2003,16f ) , istmenschheitsgeschichtlich geradeeinmal150Jahrealt.Abbildung2zeigtinstarkerVereinfachungnocheinmaldieEntwicklungder ErwartungenandieliteraleKompetenz : Ca . 5000v.Chr . : Schrifterfindung Ca . 200n.Chr . : kanonischeTexte / Textkommunikation Ca . 700n.Chr . : individuelles / leisesLesen Ca . 1500n.Chr . : allgemeineautonomeTextrezeptionskompetenz Ca . 1850n.Chr . : allgemeineautonomeTextproduktionskompetenz Abbildung2 : EntwicklungderliteralenKompetenz HelmuthFeilke 53.2Kulturaspekt:LiteraleKompetenzundliteralePraktiken EineliteraleGesellschaftistandersverfasstalseineoraleGesellschaft.DamitsindkommunikativeStan dards , AnsprücheanTextebzw.ÄußerungenunddamitwiederumspezifischeErwartungeninderSoziali sationverknüpft.SodarfeinVortragenderinderUniversitätz.B.erwarten , dassmanihnausredenlässt , selbstdann , wenndieZuhörervielleichtschonunruhigseinundEinwändehabensollten.Dasliegtdaran , dassdieUniversitäteinedurchunddurchliteralgeprägteInstitutionunsererGesellschaftist , inderein InstitutionsangehörigerindenspezielldafürvorgesehenenKontexten ( z.B.einerVorlesung ) andersalsin dermündlichenfacetofaceKommunikationalleinigesRederechtbeanspruchendarf.DieTextsorte ´ Vortrag ´ istinstitutionellanbestimmteKontextegebundenundsieistdurchdieseKontexteselbstimso ziologischenSinneeineInstitution , diezuverlässigErwartungenorganisiert.DieErwartungenderHörer sindindiesemSinndurchdieschriftkulturelleInstitutiongeprägt.Siedürfenerwarten , dassIhneneineini germaßengeplanter , dasheißtinhaltlichgutstrukturierterVortraggebotenwird , derinderSubstanzwie einschriftlicherTextfunktioniert.DerVortragistzwarmedialmündlich , aberwasdieHörerinhaltlichund vonderFormhererwarten , istorientiertanderNormkonzeptionellerSchriftlichkeit . DasheißtdieHörerhabenliteraleTextsortenerwartungenundentsprechenddarfIhnenkeineFrühstücks plaudereiabgeliefertwerden.DasgehörtschonzudensprachlichenKonsequenzendeskulturellen Aspekts.WissenschaftalsInstitutionisteinebesondersprominenteAusformungeinesAspektsvonSchrift kulturen.Dort , woLiteralitätdiekulturelleReproduktionmitbestimmt , obimRecht , derReligion , derWis senschaftoderderBildungwirdsieselbstzursozialenInstitution:EshängenbestimmteRollenerwartun gendaran , andiesichVerhaltensnormenundschließlichauchsprachlicheKompetenzeninderBeherr schungbestimmterSprachformenanschließen . UnterdemkulturellenAspektwichtigistaberauch , dassdasVorhandenseinundderGebrauchvonSchrift nichtansichschonbestimmteVerhaltenskonsequenzen , sprachlicheundkognitiveKonsequenzenhaben . DiesehängenvielmehrimmervondenkulturellvermitteltenGebrauchsweisenab , den  literalenPraktiken  ( Barton1993 ) . ErstinAbhängigkeitdavonentwickelnsichunterschiedlicheWerte , Interessenundkognitive SchematadesUmgangsmitderSchrift.BerühmtgewordenisteineUntersuchungvonMichaelColeund SylviaScribner ( 1981 ) mitdemTitel : " ThePsychologyofLiteracy " . DiebeidenPsychologenhattendie SchriftlichkeitbeidemVolkderVaiinLiberiauntersucht.DieVaisinddeshalbbesondersinteressantfür Schriftlichkeitsforscher , weilsieindreiverschiedenenSprachenschreiben , undzwarschreibensieEnglisch inderSchule , VAIfürprivateZweckeundArabischfürkultischeundreligiöseZwecke.BiszurUntersu chungScribnersundColeshattemanangenommen , derSchriftgebrauchhabegenerellbestimmtekogniti veEffekteaufdasLernen.SoverbandmanbesondersmitdenAlphabetschriftendieFähigkeitzuanalyti schemDenken ( Lautanalyse ) undzumwillkürlichenundbewusstenOperierenmitSymbolen.WeilSchrift textewenigerkontextgebundensind , wurdegefolgert , dasSchreibenführezukontextentbundenemund abstrahierendemDenken.WeildieKommunikationmitTexteninderNeuzeiteinekomplexeSyntaxmit vielfältigenlogischenVerknüpfungsformenfürAussagenhervorbringt , wurdegefolgert , dasTextschreiben führezulogischemDenken.Analytisches , abstraktesundlogischesDenkenerschienalsunmittelbareKon sequenzderLiteralität ( Goodyetal1968 / 1986 ) . ScribnerundColekonntennunnachweisen , dassdiebisdahindemSchriftgebrauchallgemeinzugeschrie benenkognitivenundsprachlichenKonsequenzeneindeutigspezifischekulturelleVoraussetzungenhaben : AuchdieVaiinLiberiazeigenzwareinenabstraktenundanalytischenSprachgebrauchinderbeschriebe nenForm , abersiezeigenihnnurinihrenenglischen , dasheißtinihrenschulischenTexten , nichtinden privatenVAITextenundauchnichtindenreligiösenarabischenTexten.NurdiegeschulteenglischeSchrift sprachezeigteTendenzenkognitiverVerallgemeinerung , abstrakterBegriffsbildungetc.wieobenbe schrieben.DavidOlson ( 1977 ) hatdeshalbauchvoneiner " schooledlanguage " gesprochen , einerSprache undeinemDenken , dieebenerstdurcheinebestimmtePraxisdesUmgangsmitSchriftundTexteninder Schuleentstehen.HierzuhatsichinderjüngerenForschungeineumfangreicheDiskussionentwickelt ( Schleppegrell2010 , Vollmer / Thürmann2010 ) . EntscheidendfürFragendesDenkensundLernensistalso dieliteralePraxis , diejeweiligeKulturdesUmgangsmitderSchrift.SieprägtunsereSchemataderSchrift wahrnehmung , z.B.dieWahrnehmungvonGeschriebenemalsTextunddieWahrnehmungvonTextenals einerGröße , diefürmichnichtnurlesbar , sondernfürmichalslesendesIndividuumauchbedeutsamsein kann.Dasistnichtselbstverständlich.SolcheSchematagabesbisvor500Jahrenkaum.Bisdahingabesim HelmuthFeilke 6deutschenSprachraumfastnureinenkanonischenText , dieHeiligeSchrift.DerTextaberwarnichtauf Deutsch , sondernineinerfremdenSprache  nämlichlateinisch  geschrieben.Undoffenkundigwardieser Text  vielmehrdiesesBuch  nichtzurindividuellenSinnentnahmegedacht , sondernwurdeprimärver wendetalseinheiligerGegenstand , derrituellzelebriertwurde ( vgl.Illich1991 ) . Fürdenmittelalterlichen KlosterschülerhattendieSchriftundseineSprachenichtsmiteinanderzutununddieHeiligeSchriftwarfür ihnwiefürdiemeistenseinerZeitgenossenundgenossinnenkeinTextinunseremSinn . UnterdemKulturaspektistderErwerbliteralerKompetenzals ´ literaleSozialisation ´ zubestimmen.Wenn manüberliteraleSozialisationspricht , dannsuchtmanErklärungenfürdenErwerbmitHilfesoziologischer Begriffe:Werte , Normen , Rollenverhalten ( z.B.inGeschlechtsrollen ) sozialeKlasse , Schicht , Milieuetc.gehö renhierher.AberauchderSozialpsychologiezugeordneteKategorienwieErwartungen , Interessen , Identifi zierungen , personaleIdentität , Gruppenidentitätetc.sindzentralfürdieErklärungliteralerSozialisation.Der zentraleLerntypunterdemAspektliteralerSozialisationistdasModelllernen , dasheißtdieOrientierungan Menschen , dieindereigenenUmgebungliteralePraxenmodellhaftvorleben ( Bandura1979 ) . Lehrerinnen undLehrersindsolcheModelleliteralenHandelnsinderSchule.HieristdieFrageanzuschließen , inwieweit LehrerdieseAufgabezuihremSelbstverständnisundihremdidaktischrelevantenVerhaltensrepertoire zählen.WelcheRollespieltesfürihrBerufsverständnis , literaleHaltungenundEinstellungsmusterzum UmgangmitTexten , aberauchkonkreteLeseundSchreibhandlungenexemplarischzumodellieren ? Eine wichtigeFragescheintmirauchzusein , obundinwieweitdasmodellierteVerhaltensrepertoiregeeignet ist , überdiegenuinschulischenliteralenPraktikenhinausauchgesellschaftlichrelevanteSchriftpraxen ( z.B . journalistische , literarische , wissenschaftliche ) inihrerUnterschiedlichkeitmiteinzubeziehen.Damitistein Sachverhaltangesprochen , derauchinderjüngerenempirischenSchreibforschungvielfacheBestätigung findet ( vgl.z.B.Couzjin / Rijlaarsdam1996 ) : SchreibenkannmaneinerseitszwarnurdurcheigenesSchrei benlernen , aberdiewesentlichenImpulsefürdiesenProzesskommenkulturellerstdurchdieModellierung undgezielteBeobachtungvonLeseundSchreibhandlungenzustande . 3.3Kulturaspekt:GendereffekteundsozialeVererbungliteralerKompetenz AlsweitereBeispielefürdasGewichtdesKulturaspektszieheichimFolgendenabschließenddieUnter schiedezwischenJungenundMädchenimSchriftspracherwerbunddieRollesogenannter  sozialerVerer bung  vonBildungschancenheran . NachdenUntersuchungenvonBettinaHurrelmannzurLesesozialisationistdieEntwicklungdesLeseinter essesderKinderinderFamiliedurchdieMütteralsprimäreHandlungsmodellegeprägt:Dieselesenselbst mehralsdieVäter , ihrLeseniststärkerdurchdieLeselustselbstmotiviertundvorallem , sielesenmehr gemeinsammitdenKindern.DasHandlungsmodellaberwirktsichinersterLinieaufdieMädchenaus , währendsichdieJungenstärkeramVäterverhaltenorientieren ( vgl.Hurrelmannetal . 1995 ; Hurrelmann 2004 ) . DieKonstellationbetrifftnichtnurdasLesen.DieUntersuchungvonSigrunRichter ( 1996 ) zum RechtschreiberwerbbeiJungenundMädchenzeigtu.a.Folgendes:Unterden10 % derleistungsstärksten SchülerbeiDiktaterhebungensinddieJungenmitetwaeinemDrittelvertreten.Unterden10 % der schwächstenSchülerabersinddieJungenmiteinemAnteilvondreiViertelndeutlichüberrepräsentiert . Besondersbeunruhigendist , dassnachSigrunRichtersErgebnissendieGrundschulealsLernumgebungdas SchriftvermeidungsverhaltenderJungeneherverstärkt , alsdenSchriftspracherwerbzustützen.DieUrsa chensiehtsievorallemineinermangelndenBerücksichtigungderSachinteressenvonJungenimLeseund SchreibunterrichtderGrundschule.Dazukommt , dassauchhier  wieinderFamilie  inderRegelnurwe nigeLehreralsmännlicheliteraleHandlungsmodellefürdieJungenzurVerfügungstehen.DieaktuelleDe battezurLiteralitätundmangelnderliteralerKompetenzhatursächlichvorallemmitdemschlechtenAb schneidenderSchülerzutun , dieausvergleichsweiseschriftfernenSozialisationsmilieusstammenund derenAbstandzurSchulundBildungssprachebereitsindervorschulischenSozialisationvergleichsweise starkausgeprägtist.NeuereempirischeUntersuchungenzeigen , dassdiesfürKindermitMigrationshinter grundundKinderdeutscherMuttersprachegleichermaßengilt ( Eckhardt2008 ) . DasHandlungsfeldSchule bringteinegrammatischundtextuellliteralgeprägteSprachehervor , dieauchdieErwartungenandas SprechenprägtundanderenErwerbvieleSchülerscheitern ( vgl.Kapitel5 ) . UnterdenkulturellenFaktorenspieltdasBildungssystem , spezielldasSchulsystemselbst , eineentschei dendeRolle.EsspiegeltinseinerGliederungnichtnurLeistungsunterschiede , sondernträgtzurReproduk HelmuthFeilke 7tiondersozialenTrennunginschriftferneundschriftbezogenekulturelleMilieusmitbei.InDeutschland erreichen10 % derSchülerdes9 . SchuljahrsnichtdieKompetenzstufe1derPISASkala ( derDurchschnittin denPisaLändernliegtbei6 % ) . Davonsind2 / 3JungenundimmerhindieHälftehatmuttersprachlich deutschsprechendeEltern . 6 % dermuttersprachlichdeutschenSprecherinsgesamtund25 % dermutter sprachlichnichtdeutschenSprecherinsgesamtzählenzudieserGruppe ( DeutschesPisaKonsortium2001 , 117ff ) . DieUrsachenfürdiedarinzumAusdruckkommendekulturelleFremdheitderSchriftspracheliegen ineinerauchvomBildungssystembefördertenstabilensozialenVererbungvonBildungschancen ( vgl.Al mendinger2003 ) . 4 . SchreibenundLesen:derHandlungsaspekt UnterdemHandlungsaspektgehtesvorallemumdieUnterschiedevonSchreibenundSprechenbzw.von LesenundHören.DasSchreibenfunktioniertnichtalsbloßeÜbertragungdesSprechensindasMediumder Schrift , undebensowenigistdasLesenerklärbaralseineHandlungsform , dieüberGrundkategoriendes HörensalsHandlungerklärtwerdenkönnte.SchreibenundLesenfunktionierenalsHandlungensehrver schiedenvonSprechenundHören.DieshateinBegriffliteralerKompetenzzuberücksichtigen.Ebenso mussaucheindamitverbundenerEntwicklungsundLernbegriffdaraufRücksichtnehmen . DieDarstellunginAbbildung3beschränktsichaufeinenVergleichvonSprechenundSchreibenundauch hiernuraufeinigewenigePunkte.AusderGegenüberstellungwirdleichtersichtlich:SprechenundSchrei benunterliegeninkommunikativer , semiotischerundtemporalerHinsichtalsHandlungensehrverschiede nenBedingungen.KommunikativbetrachtetistdasSchreibenehermonologisch , mitallendarausresultie rendenKonsequenzen.JedesSprechenistimmerschoneingebettetineinenSituationszusammenhang , der dieVerständigungstützt ; dasSchreibendagegenmussersteinenKontextschaffen.JedesSprechenrichtet sichüblicherweiseaneinenkonkretenAdressaten.DasSchreibendagegenoftaneinallgemeinesLesepu blikum.UnterdemsemiotischenAspektistdasSchreibendeshalbsehrvielstärkersprachlichbestimmt , währendwirunsbeimSprechenstarkaufIntonationundKörpersprachestützen.SchließlichistdasSchrei benuntertemporalemAspektsehrviellangsameralsdasSprechen.WährendwirbeimSprechen4,51Sil benproSekundeartikulieren , kommenwirbeimSchreibenaufgeradeeinmal0,89SilbenproSekunde ( vgl . Wrobel1995 , Günther / PompinoMarshall1996 , Inhoff / Rayner1996 ) . DieserUnterschiedverschärftsich nocheinmal , wennmandiePausenmiteinbezieht ( Kompositionsrate ) . DasSchreibenbrauchtmehrPausen alsdasSprechen.EsverlangtFähigkeiten , z.B.PlanungsfähigkeitundÜberarbeitungsfähigkeit ,  hieretwa auchdieTrennungvonOberflächenkorrekturundeigentlicherTextüberarbeitung  diealsSchreibprozess kompetenzenunzweifelhaftzumBegriffeinerliteralenKompetenzdazugehören . Sprechen : Schreiben : kommunikativerAspekt : kommunikativerAspekt : " situativerKontext ( ichhierjetzt ) " keinsituativerKontext " Interaktion / Dialog " Monolog " konkreterAdressat " abstrakterAdressat " flüchtigesProdukt " konstantesProdukt semiotischerAspekt : semiotischerAspekt : " analogverbale , paraverbale , " reinverbaleProduktion undnonverbaleProduktion " aberauch:Typographie , Layout temporalerAspekt : temporalerAspekt : " Artikulationsrate : 4.51 ( S / S ) " Artikulationsrate : 0.89 ( S / S ) " Kompositionsrate : 2.92 ( S / S ) " Kompositionsrate : 0.51 ( S / S ) " Ca . 200Wörter / Minute " Ca . 20Wörter / Minute Abbildung3 : Handlungsaspekt  UnterschiedevonSprechenundSchreiben HelmuthFeilke 8DiefürdasSchreibenalsHandelngefordertenFähigkeitenkönnennichteinfachalsErgebniseinesSoziali sationsprozessesaufgefasstwerden , dainderRegelhierzuüberhauptkeineSozialisationstattfindet.Inder ForschungzurLiteralitätstandinden80erJahrendes20 . Jahrhundertsdeshalbvorallemdienunneue HandlungsperspektiveimVordergrund.SchreibenundLesenwurdenalsbesondersprominenteBeispiele fürsogenanntes ´ problemlösendesHandeln ´ angesehen . DieSchreibsituationistfürdieForschereinkomplexerProblemraum , deneszustrukturierengilt.Erglie dertsichbeinähererBetrachtunginzweiHauptproblemräume , densogenannten " contentspace "  hier gehtesvorallemumFragenderInhaltsorganisationundderBereitstellungvonWissenbeimSchreiben unddensogenannten " rhetoricalspace "  hiergehtesumdieFragenderSituationsundAdressatenorien tierung ( vgl.Bereiter / Scardamalia1987 ) . UnterdemHandlungsaspektwerdenFragengestelltwie:Worin unterscheidetsichdasVorgehenguterundschlechterProblemlöser ? MitwelchenBegriffenkannmandie EntwicklungvonProblemlösefähigkeitbeschreiben ? etc.GuteProblemlöseretwakönnenüberden SchreibprozessundihreProblemlösemöglichkeitensprechen ; siehabendafüreinVokabular.DerSchreib prozessguterProblemlöseristentsprechendstrukturiertundlässtsichinPhasengliedern.GuteProblem löserhabeneineeherglobaleProblemlöseperspektive , z.B.denBlickaufdenganzenTextundkönnenihrer globalenStrategielokaleProblemlösungenzuordnenetc.Siewissen , wassietun , wennsieschreiben.Ein wichtigerAnsatzpunktfürdieFörderungliteralerKompetenzistdeshalbdieFörderungvonHandlungsbe wusstheitbeimSchreiben . EbensowichtigwieHandlungsbewusstheitistaucheineBewusstheitgegenüberdenspezifischsprachli chenErwartungen.SpracheundSprachwissenverändernsichdurchdasLesenundSchreiben.Kinderbrau chenfürdenSchrifterwerbkeinesfallsnotwendigeineexplizitegrammatischeInstruktion , abersiekönnen voneinerentsprechendenBewusstwerdungprofitieren ( Bredel2007 ) . DaraufwerdeichimnächstenKapi telnochnähereingehen . DenangesprochenenHandlungsproblemendesSchreibenskorrespondierenjeweilsauchbesondereChan cenfürdieEntwicklung , wiesiedieGegenüberstellunginAbbildung4zeigt : Probleme Chancen " AbwesenheitdeskonkretenAdressa " EntwicklungsozialerPhantasie : ten ( fehlendesKommunikationsmo abstrakteundverallgemeinerteAdressa tivundfehlendeRückmeldung ) tenkonzepte , epistemischesSchreiben " fehlendersituativerKontext " sprachlicheKontexterzeugung , Expli ProblemdesHintergrundwissens zitheitserwartung " fehlendeLautlichkeit AblösungvonderMündlichkeit , Ausbil ( Abstraktheit & Willkürlichkeitder dungeineraufdasLesenangelegten Schrift ) Sprachstruktur " Gegenwärtigkeitdesbereitsge " VerantwortlichkeitfürdenText , schriebenenTextes Überprüfbarkeit , Kohärenzerwartung , " Überarbeitungsmöglichkeit & " LangsamkeitdesSchreibens notwendigkeit , Sprachreflexion Planungsnotwendigkeitundmöglichkeit Abbildung4 : ProblemeundChancenfürdasLernendurchSchreiben DassderAdressatbeimSchreibenabwesendist , istzwareinProblemfürSchreiberinnenundSchreiber , aberesistaucheineChance , abstrakteAdressatenkonzeptezuentwickelnundsichz.B.dieFragezustel len , wieeinArgumentvorgebrachtundformuliertwerdenmuss , wennesaneineAllgemeinheitgerichtet ist.DiesenGrundgedankenkannmanweitertreiben:AuchdieLangsamkeitdesSchreibensistsicherein Problem , vorallemfürSchreibanfänger ; aberdiesesProblemfordertzurEntwicklungvonSchreibplänen HelmuthFeilke 9undeinenentsprechendenPlanungskompetenzvoraus.Undwennmanschonlangsamist , unddereigene Textgegenwärtigbleibt , dannbietetdasauchdieChancezurTextüberarbeitungundSprachreflexion . AusdieserProblemlösePerspektiveinderForschungresultierteeineSichtaufdasSchreibenundLesen lernen , diesichwenigerfürdasErfüllenbestimmterProduktnormeninteressiertealsfürdieFrage , aufwel chenWegendieSchreiberetwabestimmteTextsortenschemataoderauchorthographischesRegelwissen aufbauen.NichtdasProdukt , sondernderProzessdesSchreibenswieauchderEntwicklungvonSchreibfä higkeitstandimZentrumderAufmerksamkeit.EsgehörtzurneuenEntwicklungderDiskussionzumThema dassProzessperspektiveundProduktperspektiveheutenichtmehrgegeneinanderausgespieltwerden . ManbrauchtbeidePerspektiven : ImBlickaufdenEntwicklungsprozesskonntemanz.B.zeigen , dasskomplexenFormenderBeschreibung oderdesArgumentierensinTextenstetsPhasenvorausgehen , indenendieSätzeassoziativundlistenbil dendoderinFormeiner " unddannVerknüpfung " angeordnetwurden.Das " unddannSchema " erlaubtes einemSchreiber , überhauptzunächsteinmalSätzezuverknüpfenundeinenTextzubilden ; dieDifferenzie rungdieserreinzeitlichenSequenzinweitere , z.B.argumentativeAussagenrelationenwie " Grundund Folge " ( weil , denn , da ) odergaradressatenbezogen " EinwandundEntgegnung " ( zwar  aber ) bauterst daraufauf ( Schmidlin1999 ) . EinengerZusammenhangzwischenderEntwicklungdesProblemlösensundderentsprechendensprachli chenFähigkeiteninderKompetenzderSchreiberwurdedeutlich.Besondersspektakulärwardabeidie Beobachtung , dasszwischenderVerwendungsprachlicherMittelimSprechenundeinerentsprechend kompetentenVerwendungderselbenMittelimSchreiben , stetseingrößererEntwicklungszeitraumlag.Der SchriftspracherwerbzeigthiervieleParallelenzumFremdsprachenerwerb.DieseBeobachtungwirdschon inWygotskisberühmtemStandardwerk  DenkenundSprechen  ( 1934 / 1970 , S . 257ff . ) klarformuliert.Das isteindeutlicherBelegdafür , dassdasSchreibenzueinertiefgreifendenUmstrukturierungdessprachli chenWissensselbstführt , dieebenEntwicklungszeitbeansprucht.Eszeigtesichauch , dassdieSchrittein derEntwicklungderProblemlösefähigkeitnichteinfachaltersgebundenwaren , sondernvonderDauerder Schreiberfahrungselbstabhingen.ErwachseneAnalphabetendurchliefendiegleichenStadienderPro blemlösungwiesehrvieljüngereSchüler.DiesisteinHinweisdarauf , dassessichbeimLiteralitätserwerb nichtumeinenReifungsprozesshandelt , sondernumeinenkulturabhängigen , starkeigengesetzlichen Kompetenzaufbau . EinweitererAspektistwichtig:ProblemlösendesHandelniststrukturellkreativ.AuchSchreibenalspro blemlösendesHandelnführtstetszuunterschiedlichenLösungenverschiedenerSchreiber.Didaktischbe deutetdies:dieGestaltungschulischerSchreibanlässewärefürdivergierendeProblemlösungennichtnur imSinneeinerFehlertoleranzoffenzuhalten , sonderngeradezudaraufhinanzulegen . UnterdemHandlungsaspektspieltalsodaskognitiveProblemlöseninunterschiedlichenProblemräumen einezentraleRolle.DerErwerbwirdalskognitiveundsozialkognitiveEntwicklungmitderBegrifflichkeit derEntwicklungspsychologieanalysiertundbeschrieben.UnterschiedlicheStrategiendesProblemlösens werdenaufeinanderaufbauendausdifferenziert.EsgehtalsonichtlediglichumdieInternalisierungvon sozialvorgegebenenNormenundWertenderLiteralität ( Kulturaspekt ) , sondernumstarkinnengeleitete undkonstruktiveProzessederEntwicklungvonProblemlösestrategienundRegeln.Didaktischkommtes vorallemaufeineentwicklungsorientierteAnalyseundeinelernersensitiveBeurteilungderProblemlösewe gederSchreiberinnenundleseran.DieseSeitederliteralenKompetenzwirdbeideraktuellenDiskussion überLeseundSchreibfähigkeitenmeinesErachtenszuwenigberücksichtigt . 5 . SchriftlicheSprache  derStrukturaspekt Wirsindesgewohnt , vonder ´ Schriftsprache ´ zusprechen , aberlinguistischistesgarnichtselbstverständ lich , dassSchriftundsprachlicheKompetenzirgendetwasWesentlichesmiteinanderzutunhabensollten . ImGegenteil:Bisindie80erJahredes20 . Jahrhunderts , galtpraktischunbestrittendieLehrmeinung , die SchriftseilediglicheinMedium , dasSprachefesthalte , sowieeinePhotographieeinesGegenstandesdie senabbildet.MitdemVerhältnisvonSchriftundSprachebefasstemansichdeshalballenfallskritisch , das heißtnurunterderPerspektive , wiedenndieSchriftunsereSprachwahrnehmungverzerre.Schriftlichkeit aberforderteineliteraleSprachstrukturierung . HelmuthFeilke 10Seitetwa25JahrenisthierzueinegrundsätzlicheNeuorientierungzubeobachten , diedazuführt , dass SchriftundSpracheheuteineinemsehrengenZusammenhanggesehenwerden.DasAufkommenvon SchriftlichkeitverändertinderhistorischenwiederindividuellenEntwicklungdieSpracheunddiesprachli cheKompetenzselbst.WichtiginderDiskussionistdabeidieUnterscheidungvongeschriebenerSprache , schriftlicherSpracheundSchriftsprache ( Ludwig1983 , Ehlich1983 ) . DerBegriffgeschriebeneSprachebe ziehtsichzunächstnurdarauf , dassSpracheaufgeschriebenwerdenkann.Erbeziehtsichaufdenreinme dialenAspektderSchriftlichkeit.Kinder , dieimerstenSchuljahrmitdemSchreibenbeginnen , produzieren zunächst " geschriebeneSprache " , undauchinderhistorischenEntwicklungstehtamAnfangderVer schriftlichungderVolkssprachenzunächstreinmedial " geschriebeneSprache " . Abbildung5 : linksOriginal , ValentinsBriefansChristkind , 1 . Schuljahr , Junge ; rechts:Haupttextrecte , Kommentarkursiv BeidemBeispielinAbbildung5ausdemerstenSchuljahrhandeltessichum ( auf ) geschriebeneSprache . Nurwerweiß , worumesgeht , kanndiesenTextlesenundverstehen.DerHaupttextdesBeispielskannwie folgt ´ übersetzt ´ werden : " Pokemontausendbraucheich , hundertGogosbraucheich , großePokemonkar ten , DigimonsbraucheichMillionen . " DerKommentartext ( kursiv ) : " DassindGogos , dawoderPfeilhinzeigt , dieserPfeil , derdaobenist.DassindPokemon.DiezweiBuchstabenwarenfalsch . " EsgehtumeinenWunschzettel , einenBriefdesgeradeeingeschulten6jährigenValentinansChristkind . DasBesondereandiesemTextist , dassValentinselbstnocheinenKommentarzuseinemTextgeschrieben hat , dersichimOriginalrechtsvomHaupttextbefindet.DerKommentaristinderVerschriftungkursivwie dergegeben.DieEinheitendessprachlichenVerstehenssindgrammatischstrukturierteSätzemitWörtern , dieihrerseitswiederregelhaftgebautsind.WennwirorthographischWörterschreiben , dievoneinander durchZwischenräumegetrenntsind , habenwirbereitseinegrammatischeAnalysedesSprechens , eine ZerlegungdesLautstromsvorgenommen.DerTextdesSchülerszeigtbereitsAnsätzefüreinesolche HelmuthFeilke 11grammatischeInterpungierungdesLautstroms , undzwardort , woderSchülerinseinerscriptiocontinua EinheitendurchRahmengraphischkennzeichnetundvoneinanderabgrenzt.DieForderungliteralerStruk turierunggiltauchfürdieBinnengliederungderWörter , dieeinemorphologischeundphonologischeAna lyseverlangt.DieGroßschreibungdernominalenKerneundderSatzanfänge , ebensowiedieBinnengliede rungdurchInterpunktiontundasihrigedazu.WährendgeschriebeneSprachereinmedialschriftlichist , ist diesichallmählichentwickelndeschriftlicheSprachezunehmendkonzeptionellschriftlich ( vgl . Koch / Oesterreicher1994 ) . SchriftlicheSpracheträgtalsoimUnterschiedzubloßgeschriebenerSpracheeigenständigeFormmerkmale underleichtertdadurchdasVerstehen.SieträgtFormmerkmale , diedasLesenundVerstehenunterstüt zen , wasanderfolgendenGegenüberstellungleichtzuerkennenist :  DASENTGOGOSDAWODEAFAILENZAIKTDISAFAILDEADAOBENES  DasindGogos , da , woderPfeilhinzeigt , dieserPfeil , derdaobenist . DiezweiteFormderÄußerungistmedialundkonzeptionellschriftlichundgreiftdafüraufspezifische sprachlicheMittelzurück:scriptiodiscontinua , grammatischeundmorphologischeGliederung , Interpunk tion , GroßschreibungderSatzanfängeundnominalenKerne . UnterderSchriftspracheschließlichverstehtmandiehistorischtradierteFormeinerschriftlichenSprache , diemitihrenstilistischenundgrammatischenObligationenauchaufdasSprechenzurückwirkt.Weildie formaleEinheitauchderdeutschenSprachezuerstundeigentlichauchnurinderSchrifterreichtwird , wird dieSchriftsprachezurstandardsprachlichenVarietäteinerSprache , dasheißtihresprachlichenMerkmale werdenverbindlichauchfürdassogenanntehochsprachlicheSprechen.DenkenSieanBeispielewie : " Ich bekommeetwasgeschenktvs.ichkriegeetwasgeschenkt " oderdiebekannteobligatorischeNebensatz wortstellungbeiderKonjunktion " weil " oderauchsolcheVerdiktewie : " Werbrauchenohnezugebraucht , brauchtbrauchengarnichtzugebrauchen " . IchmöchtenocheinmaldenentscheidendenPunkthervorheben:LiteraleKompetenzheißtnichtBeherr schungderZeichen , mitdenenmandasSprechenaufschreibenkann , sondernBeherrschungderForm merkmaleschriftlicherSprache , diedasVerstehenschriftlicherWörter , SätzeundTextemöglichstkontext freiermöglichen.MitdieserBestimmungbinichbeieinemfürdiejüngereDiskussionzurLiteralitätzentra lenBegriffangelangt , derbereitsmehrfachangesprochenwurde.DasistderBegriff " konzeptionelle Schriftlichkeit " . ZielpunktdesErwerbsliteralerKompetenzistdieFähigkeitzuentfalteterkonzeptionellerLiteralität.Dasist weitmehralsSchriftlesenundBuchstaben , WörterundSätzeaufschreibenzukönnen.DerKernkonzep tionellerLiteralitätist  linguistischgesehen  dieOrientierunganunddieKonstruktionvonsprachlichen ExplizitformenaufpraktischjederEbenederSprache , vomLautüberdasWortunddenSatzbiszumText . SprachlicheExplizitformensinddiejenigenFormen , dieeinkontextunabhängigesSprachverstehenermög lichen.IchhabedasebenamBeispieldesBriefsansChristkinddemonstriert.ValentinsBriefistlesbar , erist verstehbar.ErgenügtinsoferneigentlichdenminimalenBedingungenfürdasVerstehenundinsofern könntemansagen , eristgeradesoexplizitwienötig.AberergenügtnichtdenAnsprüchenkonzeptionel lerLiteralität . HauptkennzeichenkonzeptionellerSchriftlichkeitistdiemaximaleformale ( sprachstrukturelle ) Absiche rungdesVerstehensbzw.maximaleKontextunabhängigkeitfürallesprachlichenFormebenen ( Wort , Satz undText ) . IchkommezurückaufdieExplizitformenerwartung.SiebedeuteteineungeheureundinvielerHinsicht völligunpraktischeForderungfürdieSchüler , nämlich:Seisoexplizitwiemöglich ! InAbbildung6wirdauf gelistet , wasdieskonkretfürdieSchreiberInnenbedeutet.DenVersuchen , dendortaufgeführtenForde rungenzuentsprechen , begegnetmanindenSchülertextenaufSchrittundTritt.Dasbetrifftnichtnurden Text , esbetrifftdiegesamteSprache.EinSchüler , derHemptstattHemdschreibt , expliziertdieWahrneh mungseinerArtikulationsehrgenau , genauerjedenfallsalsdieorthographischkorrekteSchreibung . DabeiistdieExplizitheitserwartungdurchausambivalent , jenachdem , aufwelcheEbenederStruktursie bezogenwird.DieBerücksichtigungderphonologischenWortformetwaverlangt , geradevonderphoneti HelmuthFeilke 12schenArtikulationzuabstrahieren.Solautetz.B . < tor > phonetischstetsschwachvokalischundkeineswegs aufein / r / aus.DiephonologischeWortformaber , wiesiederdermorphologischeStamm / tor / repräsen tiert , beziehtseinephonologischkonstantenEigenschaftenstetsvonderExplizitformher , indiesemFall von / to:re / . Hiermussdas / r / artikuliertwerden . KonzeptionelleSchriftlichkeit  Seisoexplizitwiemöglich ! ExplizieredieWörterimText ! ExplizierealleLaute , dieduaneinemWortwahrnimmst ! ExpliziereauchdieLaute , diedunichtwahrnimmst , dieaberphonologischzurWortformgehören ! ExplizierediebedeutungstragendenFormteilevonWörtern ! ExplizieredieSätzedeinesTextes ! ExplizierederenGliederung ! ExplizierederenBeziehungen ! ExpliziereeinenKontextfürdeineKommunikation ! ExplizieredasTextthema ! ExplizieredasZieldeinerKommunikation ! Abbildung6 : LiteraleKompetenzundExplizitformenerwartung EinSchüler , derdasWortMusketieralsMuskeltierverschriftet , versucht , seineHypothesezurBinnenstruk turdesWortessemantischtransparentzumachenundzuexplizieren.EinSchüler , derHausaufgabenstatt Hausaufgabenschreibt , expliziertzwareinerseitsamKompositumbeteiligteWörter , abererberücksichtigt fürdieSchreibungnochnichtdiesyntaktischbestimmteEinheitdesWortes.DieOrthographieexpliziertin derGetrenntrespektiveZusammenschreibungauchdieseStruktur . " Duhälstesnichtaus ! " könnenSieohneProblemelesen.DaraufaberkommtesunterdemGesichtspunkt konzeptionellerSchriftlichkeitnichtalleinean.DieVerschriftungdesSprechensführtnichtzumZiel.So könnenwirdashiergeforderte " t " in " hältst " niemalshören , ebensowenigwiedieSpatienzwischenden WörternoderdieGroß / undKleinschreibung.Gleichwohlstecktindem  t  einewichtigeInformation.Die Schreibung  hälst  istnichteinfachauswillkürlichenGründenfalsch.DiekorrekteSchreibungistErgebnis einerAnalysederWortform , dieauf ´ halten ´ zurückzuführenist.ZurkorrektenSchreibunggehörenalle BestandteiledesWortstammes , auchdas  t  .  Duhälst  könnenwirzwarlesenundverstehen , aberes führtzueineranderenAnalysedesWortes ; dieGrundformmüsstedann  halsen  heißen . Verlangtistdeshalbnormativ  aberkeineswegswillkürlich  dieKonstruktiondersprachlichenExplizit form.DieseistfunktionalpragmatischbegründetindenBedingungenschriftlicherKommunikation.Zuden ExplizitformenkönnendieKindernurkommen , indemsieeine " literaleSprachbewusstheit " ( Gombert 1992 , Holle1997 ) entwickeln.EsgehtdabeinichtumSprachbewusstheitschlechthin , dieseistauchinora lenKulturenundunterAbwesenheitvonSchriftdurchausbeobachtbar.BeiliteralerSprachbewusstheit gehtesumSprachbewusstheitunterdenVorzeichenderExplizitformenerwartung.NichtSpracherfahrung undSprachaufmerksamkeitschlechthinisthierdieRessourcefürErfolgimSchriftspracherwerb , sondern SchriftspracherfahrungundSchriftsprachaufmerksamkeit . EmpirischeUntersuchungenzeigenhierinteressanteErgebnisse:SohabenSchweizerdeutscheKinder , die vonKindesbeinenandieSchriftsprachealseineSpracheerfahren , dieandersistundandersfunktioniert , alsdie , diesiesprechen , verglichenmitKinderndergleichenAltersgruppeausDeutschlanddeutlicheVor teileimSchriftspracherwerb ( vgl.Schmidlin1999 ) . Sieorientierensichfrühzeitigetwaandenphonologi schenExplizitformendergesprochenenSchriftsprache , siegebendiesogenannte " unddannReihung " in ihrenTextenfrüheraufalsdiedeutschenKinderusw . HelmuthFeilke 13SolcheErgebnissefasseichimHinblickaufdieErwerbsvoraussetzungenzusammenzur " Kontrasthypothe se " , dieicheiner  Kontinuitätshypothese  gegenüberstelle : Kontrasthypothese:DieAufmerksamkeitfürElementekonzeptionellerSchriftlichkeitistimErwerbumso größer , jegrößerderwahrgenommeneKontrastzwischenMündlichkeitundSchriftlichkeitist.Jekontinu ierlicherdieBeziehungenzwischenMündlichkeitundSchriftlichkeitinderLernumgebungsind , desto schwierigeristderErwerbderbesonderenEigenschaftenderSchriftsprache . EineDidaktikderLiteralitätfordertdeshalbeinenschriftspracherwerbsorientiertenUnterricht , derdie SchriftundTexterfahrungzumprimärenBezugspunktmachtundvonBeginnandieBeherrschungkon zeptionellerSchriftlichkeitanstrebt.UmMissverständnissenandieserStellegleichvorzubeugen:Konzep tionelleLiteralitätimhiervorgestelltenSinnisteineidealisierteNormmiteinergroßenReichweitefürdie ErklärungvonSchriftlichkeitsstandards.ZuderFähigkeit , weitgehendkontextabgelöstzukommunizieren , zähltgeradeauchdieFähigkeitz.B.ineinemerzählendenoderargumentativenTextoderauchineinem persönlichenBriefodereinerEmailmitschriftsprachlichenMitteln  Nähe  undUnmittelbarkeit  vorgau keln  bzw.evozierenzukönnen ( vgl.Feilke2010a ) . Mankannschreiben ,  alsob  manspricht.Nurdann kannderEindruckvon  Nähe  erzeugtwerden.Dazugehörenz.B.dieVariantenderEvozierungsogenann ter  direkterRede  inTexten.Wereinfachsoschreibt , wieerspricht , derbleibtindenmeistenFällenun verständlich.UnterschiededieserArtzuvermittelnzähltzudenHerausforderungeneinerDidaktikderLite ralität . 6 . Schlussdiskussion:DidaktischeKonsequenzen IndiesemAufsatzhabeichdieliteraleKompetenzunddieBedingungenihrerEntwicklungundFörderung unterdemKulturaspekt , demHandlungsaspektunduntersprachlichemAspektthematisiert.Füralledrei AspektekönnendidaktischeKonsequenzenfestgehaltenwerden , wobeiichdiefolgendenAusführungen dazualsGrundlagefüreineweiterzuführendeDiskussionverstehe . DieEntwicklungliteralerKompetenzhatkomplexekulturelleVoraussetzungen.Siesetztmehralsbloßen KontaktmitSchriftundpragmatischmotivierteSchreibanlässevoraus.AndersalsbeimprimärenSprach erwerbistderErfolgimSchriftspracherwerbstetseinekritischeGröße.Eristdeshalbabhängigvonder ErfahrungliteralerPraktikenineinemschriftorientiertenkulturellenUmfeld ( Dehn1999 ) ; fürdenErwerb konzeptionellerSchriftlichkeitgehörtdazuauchdieOrientierunganEinstellungsmusternundVersprachli chungsstrategieneinerDistanzkommunikation , wiesienurdieSchrifterfahrungselbstzurVerfügungstel lenkann.DiedafürnotwendigenErwerbsmotivekönnenbeiSchülernnichteinfachvorausgesetztwerden . DieEntwicklungerfährtihrewesentlichenImpulsedurchdieeigeneLeseerfahrungunddasGesprächüber dieInhalte , besondersaberauchüberdiesprachlicheundästhetischeFormderTexte.ErstdiesesGespräch kanngeteilteAufmerksamkeitfürdiebesonderenGestaltungsmerkmalevonSchrifttextenschaffen.Das giltfürdieRechtschreibung , etwadasschließendeKommahintereinemNebensatzimkomplexenSatz , ebensowiefürdieFormendesReferierensundWertensetwabeieinerFilmbesprechungoderauchfürdie sprachlichenTechnikenderDarstellungvonDenkenundEmpfindeneinerliterarischenFigur.Hieristein weitererPunktimpliziert , derdieRollederLehrerinunddesLehrersbetrifft.Siesind  Meisterinnenund Meister  inderWerkstattdesLesenundSchreibenlernens.Dasheißt:Siesindunausweichlichselbst  Mo delle  literalerKompetenz.Wichtigistdasvorallem , wennesumdiepädagogischoftstrittigeFrageim Verhältnisvon  Selbsttätigkeit  und  Imitation  geht.BeideBegriffesindideologischüberladenundtref fennicht , woraufesankommt.WieineinerWerkstattauchhatderSchülereinenAnspruchdarauf , gezeigt zubekommen , wieeinProblemgelöstwerdenkann , woraufmandabeiachtenmussundwieStrategien undWerkzeugedafüreingesetztwerdenkönnen.DiejüngereSchreibforschungbelegt , dassdasBeobach tenkompetenterSchreiberInneneinesehreffektiveFormdesLernensseinkann ( Couzijn / Rijlaarsdam 1996 ) . ManlerntdasSchreibennichtnurdurchein  learningbydoing  , sonderndurchgemeinsamesLesen , SprechenüberTexteundihreQualitätensowiedurchdieBeobachtungguterSchreiberInnen ( ebenauch derLehrer , dieSchreibenvorführenundInszenierenkönnen ) unddurchdasSprechenüberdasSchreiben . DieForschungzumHandlungsaspektliteralerKompetenzhatdenBlickdaraufgelenkt , dassdietraditionel leDidaktikeinerEinübungundReproduktionschulischerTextmusterdesSchreibensunterStichwortenwie Erzählung , Bericht , Beschreibung , Inhaltsangabe , Erörterungusw.nichtzielführendist.SchondasSchrei benselbstisteinekomplexeHandlung , diesichausverschiedenenTeilhandlungen ( Wissenbereitstellen HelmuthFeilke 14undnutzen , Planen , Formulieren , Überarbeitenusw . ) zusammensetzt.HieristdidaktischWertdaraufzu legen , dassdieZwischenschritteunddiezuihnengehörendenVerfahrendesSchreibensthematisiertwer den.GegenstanddesUnterrichtssolltennichtnurdieEndprodukte , sondernimmerwiederauchSchreib prozesseundZwischenproduktesein.DasgiltauchfürdieBeurteilungvonLernleistungen , etwabeieiner zweistufigenKorrektur , dieaucheinenÜberarbeitungsschrittmiteinbezieht.Diesmusskeineswegshei ßen , dassgrundsätzlichPlanungsoderÜberarbeitungsschrittemitbeurteiltwerdensollten.Eskommtsehr vielmehraufdieexemplarischeWertschätzungdesSchreibensalsProzessan , diedarinauchzumAusdruck kommt . AndieStellefesternormativerTextmuster , etwaderInhaltsangabeoderderErörterungsolltedidaktisch BezuggenommenwerdenaufdiezugrundeliegendenkommunikativenTexthandlungen , z.B.Texteoder einenTextschriftlichzu  referieren  odereinProblemzu  erörtern  . DiesbietetdieMöglichkeit , pragma tischsituierteSchreibanlässezuschaffen ( vgl.Bachmann / BeckerMrotzek2010 ) . DasReferierenz.B.ist funktional , wennesdarumgeht , derKlassengemeinschafteinenodermehrereTextefürdieweitereDis kussionvorzustellenodersiefüreinebestimmteFragestellungauszuwerten.IndieserPerspektivekann gefragtwerden , überwelcheTeilhandlungenz.B.dasReferierenrealisiertwerdenkann:dasThemaformu lieren , dieGliederungbeschreiben , angeben , wasderTexthervorhebt , angeben , waserausblendetetc.So könnendiezuschreibendenTexteals  Kompositionen  vonHandlungenverstandenwerdenundeskann nachdenjeweilsgeeignetensprachlichenMittelndafür , denentsprechendenTextroutinen , weitergefragt werden . UnterdemHandlungsaspektwichtigistauchdersozialeAspektdesSchreibensundLesens , wieeringe meinschaftlichenSchreibLesePraxenzumAusdruckkommt.DasgemeinsameLesenebensowiedasge meinsameSchreibenvonTextennutztdasPrinzipderAlteritätfürdasLernen.DerjeweilsAnderebringt andereVerstehensperspektivenindasLesenundProblemlöseperspektivenindasSchreibenein.Voraus setzungfüreinenErfolgsolcherVerfahrenistaber , dassdieSchülerauchübereinegemeinsameSprache imBlickaufLesenundSchreibenundimBlickaufdiesprachlichenQualitätenvonTextenverfügen . DamitistderdritteAspekt , dersprachlicheAspektderliteralenKompetenzangesprochen.Esistnachmei nerEinschätzungeinzentraler , aberaucheinvernachlässigterAspektderliteralenKompetenz.DieVer nachlässigunghatihreUrsacheineinemaltenundgutnachvollziehbarenDenkschema , dasdasSchreiben nachdemMusterdesSprechensversteht.DasSchriftsystemeinerSpracheistaberkeineswegseinbloßes AbbilddesSprechens.EbensowenigsindschrifttypischeAusformungenvonGrammatik , LexikundText strukturbloßeNachbildungenvomSprechenherschonbekannterFunktionenundFormen.Geradeweilin SprechenundSchreibenvielesauchähnlichist , sollteeineDidaktikderliteralenKompetenzdeshalbdie AufmerksamkeitaufdieUnterschiedeunddiebesonderenLeistungsmöglichkeitenspezifischodertypisch literalerSprachfunktionenundformenlenken.SiesollteindiesemSinnvergleichendkontrastiveAnsätze nutzen , geteilteAufmerksamkeitfürsprachlicheMerkmalederSchriftlichkeiterzeugenundeineliterale SprachundTextbewusstheitfördern.DieseentstehtimUntersuchenvonundimSprechenüberTexte , Sätze , Formulierungen , AusdrückeundWörter ; sieistkeineswegsmitgrammatischemWissenimher kömmlichenSinnzuverwechseln.Wiewirdz.B.beimErzählenmitsprachlichenMittelnSpannungerzeugt ( vgl.z.B.Ruf2001 ) , wiewirdderUmbruchoderErwartungsbruchsprachlichorganisiert , mitwelchenMit telnkanneineUnmittelbarkeitdesMiterlebensbeimLeserbewirktunderodersieindaserzählteGesche heninvolviertwerden ? HiersindsprachlicheTextroutinen ( Feilke2010b ) desErzählensangesprochen , z.B . derEinsatzvoninneremMonolog ,  Plötzlichkeitsadverbialen  , szenischemPräsensundwörtlicherRede . SolcheTextroutinen , diejeweilsauchdurchbestimmteRoutineausdrückeangezeigtwerden , solltendie Schülerkennenundzunutzenlernen.DiesgeschiehtambestenineinerDidaktik , dieeinenwichtigendi daktischenBezugspunktimvergleichendenSprechenüberSchrifttextehat.DafürsolltenauchdieTexte derSchülerselbstmitherangezogenwerden . HelmuthFeilke 15Literatur Almendinger , J . ( 2003 ) SozialeHerkunft , SchuleundKompetenzen.In:PolitischeStudienSonderheft3 / 2003Bildung , Stan dards , Tests , Reformen . , 7989 Assmann , J . ( 2000 ) . DaskulturelleGedächtnisSchrift , ErinnerungundpolitischeIdentitätinfrühenHochkulturen . 3 . Auflg . München:Beck Bachmann , T . & BeckerMrotzek , M . ( 2010 ) . 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Auflg.Frankfurta.M:Fischer ÜberdenAutor HelmuthFeilke ( Jg . 1959 ) hatSprachundSozialwissenschaftenstudiert.Erwarvon1998bis2000Profes soranderUniversitätBielefeldundarbeitetseit2001alsProfessorfürGermanistischeSprachwissenschaft undSprachdidaktikanderUniversitätGiessen.Hauptforschungsgebietesind:SprachundKompetenz theorie , SchriftundSprache , ErwerbundEntwicklungvonSchreibfähigkeiten , Sprachdidaktik.Einaktueller InteressenschwerpunktistdieForschungzu  SchreibundTextroutinen  undzumErwerbfachlichwissen schaftlicherSchreibfähigkeitenbeiSchülernundStudierenden ( ProjektHomepage:http : / / www.zmi.uni giessen.de / projekte / zmikulturtechnikenprojekta2 . html ) . EristMitherausgeberderZeitschriften  Praxis Deutsch  undder  ZeitschriftfürGermanistischeLinguistik  . HelmuthFeilke 17Littéralitéetcompétencelittérale:culture , action , structure HelmuthFeilke Chapeau Lesenfants , maisaussilesadultes , seretrouventfaceàunelargepalettedetâcheslorsquilsacquièrentet construisentleur « compétencelittérale » . IlsmettentenSuvreleurspropresintérêtsetapprochespourse familiariseravecunenouvelleculture ; leurexpériencepersonnelleestconfrontéeàunesourcedeconnais sanceetdexpériencequiasalogiquepropre.Léventaildespossibilitésdactionpersonnelleestélargi : entreautresexemples , ilspeuventdéfinircequiadusenspoureux , communiqueràdistanceavecdes étrangersouencoreapprofondirdessujetsaumoyendelécrit.Etilsdoiventaussiapprendreunnouveau langage.Pourbeaucoup , lécritrestelapremièrelangueétrangèreapprise.Cestlarencontreavecdenou veauxaspectsspécifiquesdelalittéralitéquinejouaientsouventquunrôlemarginaldanslacommunica tionorale.Larticlefaitlepointsurlétatdelarecherchedanscedomaineetplaidepouruneconception globaledelacompétencelittérale , quipermettededépasserlessimplificationsquicaractérisentledébat actuelsurlaformation . Motsclés littéralité , écrit , écrire , didactiquedelécrit , compétencelittérale DieserBeitragwurdeinderNummer1 / 2011vonleseforum.chveröffentlicht . EshandeltsichumeineerweiterteundüberarbeiteteFassungeines2006erstveröffentlichtenAufsatzes : « Literalität:Kultur , Handlung , Struktur » erschienenin:Schriftlichkeit  Interdisziplinär , hrsg.v.ArgyroPa nagiotopoulou & MonikaWintermeyer , ( FrankfurterBeiträgezurErziehungswissenschaft , ReiheKolloquien Bd . 11 ) Frankfurta.M . : 2006 , S . 1329 . DerAutordanktdemReihenherausgeber , Prof.FrankOlafRadtkefür diefreundlicheGenehmigungzumWiederabdruck . HelmuthFeilke 18
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https://doi.org/10.58098/lffl/2011/1/447
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