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Archiv Sämtliche Ausgaben seit 1992

Im Archiv finden Sie alle Beiträge, die seit 2010 auf der Online Plattform leseforum.ch erschienen sind. Zugänglich sind auch die jährlichen Bulletins, die der Verein Leseforum Schweiz von 1992 bis 2006 in gedruckter Form publiziert hatte.


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Digitale Perspektiven auf Literalität

Die aktuelle Diskussion rund ums digitale Lesen und Schreiben verdeutlicht, dass die besondere Beschaffenheit digitaler Texte auf Printmedien basierende Lese- und Schreibgewohnheiten nicht nur verändert, sondern auch eine Erweiterung des Spektrums literalen Handelns erfordert. So stellt beispielsweise der Umgang mit multimodalen, hypertextuell strukturierten Texten Lesende vor die Aufgabe, lineare Leseprozesse zu durchbrechen und Textinformationen aus Bild, Schrift und Ton zu verarbeiten und miteinander zu verbinden.

Die Digitalisierung verändert auch die herkömmliche Textproduktion. Hierarchieniedrige Schreibprozesse können durch die technischen Möglichkeiten digitaler Geräte entlastet werden. Das Schreiben mit Tastatur oder Touchscreen modifiziert Verschriftlichungsprozesse, was auch für die Verwendung von Diktierfunktionen gilt. Schreiben im digitalen Textraum schafft neue Formen der Kooperation und Kollaboration und erlaubt Schreibenden die Auseinandersetzung mit hybriden Textsorten.

In den Beiträgen der aktuellen Nummer 3/2021 des Leseforums werden unterschiedliche Aspekte digitalen Lesens und Schreibens beleuchtet. Mehr

  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Leseförderung mit «Antolin»? Eine Analyse der Fragequalität von Sven Nickel

    «Antolin» (www.antolin.de) ist das digitale Angebot zur Leseförderung mit der wohl grössten Reichweite im deutschsprachigen Raum. Die bisherige Forschung zu «Antolin» richtet sich in erster Linie auf die Lesemotivation. Eine in der Forschung bisher nicht fokussierte Facette ist die Frage nach der Qualität der Verständnisfragen in «Antolin». Gemäss der hier vorgenommenen Analyse von 1.500 häufig genutzten Fragen ergibt sich ein Bild, das von Unterkomplexität gekennzeichnet ist. Die Fragen von «Antolin» fokussieren insbesondere basale, textimmanente Zusammenhänge und rekurrieren vorwiegend auf untere Niveaus einer fünfstufigen Skala der Lesekompetenz.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Revision und Korrektur monomodaler Texte im digitalen Kontext: Welchen Herausforderungen bewältigen französischsprachige Schüler:innen? von Pascal Grégoire

    In der Schule wird Schreiben traditionell über die Handschrift gelehrt und gelernt; in einigen Ländern steht diese jahrhundertealte Gepflogenheit im Zuge der Digitalisierung jedoch vor einem Umbruch. Stellt die Digitalisierung einen Mehrwert für die Entwicklung der Literalität, insbesondere des Schreibens dar? Dieser Frage gehen wir im vorliegenden Beitrag nach, indem wir den Einfluss der Digitalisierung auf das Schreiben monomodaler Texte, genauer gesagt auf die Orthographie betrachten. Zu diesem Zweck stellen wir zwei quasi-experimentelle Studien aus Québec vor. Die erste wurde mit 310 französischsprachigen Schülerinnen und Schülern der 5. Sekundarstufe (≈ 16 Jahre) und die zweite mit 121 Schülerinnen und Schülern des 5. (≈ 10 Jahre) und 6. Schuljahrs (≈ 11 Jahre) durchgeführt. Die Analyse der Ergebnisse zeigt, dass die Schülerinnen und Schüler durch digitale Lernmethoden bessere Ergebnisse in Orthographie erzielen. Dabei stellen sich jedoch verschiedene Fragen im Zusammenhang mit der wünschbaren Schreibkompetenz am Ende der Schulzeit, den Auswirkungen der Digitalisierung auf die kognitive Belastung und der Chancengleichheit.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Digitale Jugendbücher: Merkmale und didaktische Herausforderungen von Sonya Florey, Violeta Mitrovic

    Der Beitrag bietet einen Literaturüberblick über digitale Jugendbücher und die damit verbundenen didaktischen Herausforderungen. Die Autorinnen befassen sich hauptsächlich mit herausragenden englischsprachigen Publikationen, die dazu beitragen, eine Auseinandersetzung mit digitalen Medien für junge Leserinnen und Leser anzustossen. Sie stützen sich dabei auch auf französischsprachige Publikationen aus der Literaturdidaktik. Der Beitrag befasst sich mit den Merkmalen der digitalen Jugendliteratur, mit Auswahlkriterien für Jugendbücher, bei denen die digitale Dimension einen didaktischen und pädagogischen Mehrwert darstellt, sowie mit spezifischen Lerninhalten, die mithilfe digitaler Bilderbücher im Unterricht vermittelt werden können. Der Beitrag zeigt Lehrpersonen Möglichkeiten auf, wie sie gedruckte oder digitale Bücher in Abhängigkeit von Kontext und Unterrichtsinhalten auswählen können.

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  • Fokusartikel |  aus der Praxis Informationskompetenz von Jugendlichen: Zielsetzungen der École Moser von Rafael Peregrina, Julia Blanc

    Seit vielen Jahren bieten die Schul- und Universitätsbibliotheken Ausbildungen zur Förderung der Informationskompetenz der Schülerinnen und Schüler an. Doch trotz des grossen Angebots und der guten Qualität dieser Schulungen ist der Kenntnisstand der Schülerinnen und Schüler insbesondere bei der Literaturrecherche nach wie vor sehr tief und es gibt kaum Fortschritte.

    Das Projekt der École Moser will daher in den kommenden Jahren die heutige Praxis aufgeben und eine in die Fächer integrierte Schulung der Informationskompetenz anbieten, die dem jeweiligen Entwicklungsstand der 8- bis 18-jährigen Schülerinnen und Schüler in ihrer ganzen Schulzeit von der Primarschule bis zur Sekundarstufe II angepasst ist. Der immersive praktische Ansatz sowie die Zusammenarbeit zwischen Lehrpersonen und Bibliothekarinnen und Bibliothekaren bilden die Grundlagen dieser Initiative.

    Der vorliegende Beitrag stellt die Methodik und die Integrationsschritte des Pilotprojekts auf der Primarstufe vor.

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  • Weiterer Artikel |  aus der Wissenschaft Zur Bedeutung früher Schriftverwendung für den Orthographieerwerb von Laura von Albedyhll, Cordula Löffler

    Im Beitrag werden Ergebnisse des Forschungsprojekts „Sprachförderung im Kindergartenalltag in Dialekt und Standard unter Berücksichtigung von Mehrsprachigkeit – SpriKiDS“ vorgestellt. Das Forschungsprojekt befasst sich u.a. mit der Frage, wie sich Dialekt und Mehrsprachigkeit auf den Schriftspracherwerb auswirken. Der Fokus des Beitrags liegt auf der vorschulischen Schriftverwen­dung und dem Orthographieerwerb von Kindern bis zum Ende des 1. Schuljahres (n=842). Dabei wurden die schrifterwerbsbezogenen Fähigkeiten der Kinder zu drei Zeitpunkten erhoben: zu Beginn des letzten Kindergartenjahres (MZP1), im späten Frühjahr des letzten Kindergartenjahres (MZP2) und zum Ende des ersten Schuljahres (MZP3). Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder, die in ihrem letzten Kindergartenjahr die Schrift noch nicht nutzen, in der HSP 1+ am Ende der ersten Klasse (hoch-)signifikant geringere Ergebnisse erzielen, als Kinder, die bereits zehn Monate vor der Einschulung einzelne Buchstaben oder Buchstabenreihen ohne Bezug zum Zielwort schreiben oder sogar über erste Phonem-Graphem-Korrespondenz-Regeln verfügen.

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