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Archiv Sämtliche Ausgaben seit 1992

Im Archiv finden Sie alle Beiträge, die seit 2010 auf der Online Plattform leseforum.ch erschienen sind. Zugänglich sind auch die jährlichen Bulletins, die der Verein Leseforum Schweiz von 1992 bis 2006 in gedruckter Form publiziert hatte.


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Lese- und Schreibunterricht aus historischer Sicht

Die Entstehung der modernen Schule geht auf das 19. Jahrhundert und die zunehmende Demokratisierung der Gesellschaft zurück und zeigt sich u.a. in der Zuständigkeit des Staates für Bildungsaufgaben und in der allgemeinen Schulpflicht. Im Kontext dieser Entwicklung wurde die Vermittlung von Lese- und Schreibfähigkeiten zunehmend in das Schulfach «Sprache» («langue maternelle») integriert.
Dabei war und ist der Unterricht in diesem Fach auf mehrere Ziele ausgerichtet: Das Erlernen der grundlegenden Kulturtechniken Lesen und Schreiben, die Aneignung von Werkzeugen für den Wissenserwerb in allen Fächern sowie die moralische, ideologische oder politische Bildung. Mehr

  • Fokusartikel Schulsprache «Deutsch» / «Français» Bemerkungen zur Geschichte des Schulfaches in der Schweiz (~1840 bis ~1990) in vergleichender Perspektive von Bernard Schneuwly, Thomas Lindauer, Anouk Darme, Julienne Furger, Anne Monnier, Rebekka Nänny, Sylviane Tinembart

    Im Beitrag wird die Genese und Entwicklung des Schulfaches «Schulsprache» in der Romandie und der Deutschschweiz im Zeitraum von 1830 bis 1990 nachgezeichnet. Es zeigt sich dabei, dass sich die beiden kulturellen Kontexte in der Organisation und in Bezug auf die Ziele und Zwecke des Erstsprachunterrichts unterscheiden. Dies eröffnet ein weites Forschungsfeld, das im vorliegenden Text erst in Ansätze skizziert werden kann. In den Fokus werden die mittleren und oberen Stufen der Volksschule genommen und in Bezug auf drei Dimensionen dargestellt: a) Genese des Faches «Schulsprache» in zwei Sprachregionen der Schweiz in vergleichender Perspektive; b) Perioden der Entwicklung des Faches; c) mögliche Unterschiede zwischen den Sprachregionen in drei Teilgebieten des Faches: Grammatik, Lesen, Schreiben. Auf der Basis eines systematisch erhobenen Korpus von Lehrplänen unter Miteinbezug von Lehrmitteln (Lesebücher, Grammatiken) und über die während der Konstitution des Faches stattfindenden Diskurse in den Lehrerzeitschriften wird das Fach von zwei Standpunkten aus beschrieben: Es wird einerseits «äusseren» Ordnung analysiert, die Stellung und die Bedeutung des Faches «Schulsprache» in Bezug zu anderen Fächern. Andererseits soll auch die «innere» Ordnung, die sich auf die Organisation des schulischen Wissen innerhalb des Faches auf den Aufbau der Vermittlung der Inhalte und Fertigkeiten, auf ihre Gewichtung und Reihenfolge bezieht, in den Blick genommen werden. Die Studie zeigt grosse Ähnlichkeiten in der Genese und allgemeinen Entwicklung in beiden Sprachregionen, aber auch Unterschiede in der Ordnung des Wissens in den drei untersuchten Dimensionen. Die präsentierten Erkenntnisse sind im Kontext eines durch den Schweizerischen Nationalfonds geförderten Sinergia-Projektes zur «Transformation schulischen Wissens seit 1830» (CSRII1_160810) in Zusammenarbeit der Universitäten Zürich und Genf sowie der Pädagogischen Hochschulen FHNW, Tessin und Zürich entstanden.

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  • Fokusartikel 500 Jahre Alphabetisierung: Auf der Suche nach sach- und zugleich kindgerechtem Schriftspracherwerb von Horst Bartnitzky
    Der Beitrag zeigt, wie Inhalte und Methodik des Lesenlernens über die Jahrhunderte hinweg bis heute immer Gegenstand der Auseinandersetzung waren. Die Kontroversen und Entwicklungen werden an Hand der beiden didaktisch konstitutiven Aspekte beschrieben: dem jeweiligen Verständnis der Sache Schriftsprache und des damit transportierten Bildungsgutes sowie dem jeweiligen Verständnis vom Kind als Lerner. Dabei werden auch die Zeitumstände und deren Wertvorstellungen deutlich gemacht sowie die Abhängigkeit der Alphabetisierung von der Entwicklung des Schulwesens und der Professionalisierung der Lehrerschaft. Visualisiert werden die Ausführungen mit Ausschnitten aus Lehrwerken. Weiterlesen im PDF (DE)
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  • Fokusartikel Der Schulaufsatz im Spiegel der Zeit – Analyse des schreibdidaktischen Diskurses in der Deutschschweiz 1830-1960 von Julienne Furger, Rebekka Nänny
    Seit Einführung der Volksschulpflicht im 19. Jahrhundert ist die schriftliche Textproduktion fester Bestandteil des Unterrichts. Die Ziele, Inhalte und Methoden des Schreibunterrichts haben sich jedoch aufgrund der sich wandelnden gesellschaftlichen Erwartungen und pädagogischen Strömungen stark verändert. Dieser Wandel wird im folgenden Beitrag anhand von zeitgenössischen Lehrplänen, Rechenschaftsberichten der Erziehungsdirektoren und schreibdidaktischen Diskursen in ausgewählten Lehrerzeitschriften für die Volksschule der Schweiz dargestellt werden. Ein Fokus liegt dabei auf der Diskussion um Bedeutung und Einsatz von Mustern im Schreibunterricht. Weiterlesen im PDF (DE)
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  • Weitere Artikel Der (Schön-)Schreibunterricht zwischen Technikerwerb und Arbeitshaltung – zur Genese eines neuen Schulfachs von Thomas Lindauer, Karin Manz

    Im Beitrag werden Kontinuitäten und Brüche in der Genese des Schulfaches Schönschreiben in der Zeit von 1830 bis heute aufgezeigt. Es werden dabei einerseits die technischen Fertigkeiten bzw. die mit dem Schreiben verbundene Beherrschung der Schreibwerkzeuge dargestellt, andererseits die Instrumentalisierung der mit dem Schönschreiben vermittelten Lerninhalte bzw. die sekundären Lernziele im Hinblick auf die personalen Eigenschaften sowie Haltungen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Unterrichtsgegenstand Schönschreiben in der modernen Volksschule als Bedingung für jeglichen weiteren Unterricht zwar seinen unbestrittenen Platz hatte, die Zuordnung im Curriculum sich jedoch erst allmählich festigte und dadurch (Schön-)Schreiben als separates Schulfach etabliert wurde. Die präsentierten Erkenntnisse sind im Kontext eines durch den Schweizerischen Nationalfonds geförderten Sinergia-Projektes zur «Transformation schulischen Wissens seit 1830» (CSRII1_160810) in Zusammenarbeit der Universitäten Zürich und Genf sowie der Pädagogischen Hochschulen FHNW, Tessin und Zürich entstanden.

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