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Nr. 2021 | 2

Materialität und Literalität

Diese Nummer befasst sich mit Aspekten von Literalität, die oft übersehen werden. Nicht um das „Was“ (Inhalte) oder „Wie“ (Strategien), sondern um das „Womit“, „Worauf“ oder „Worin“ des Lesens und Schreibens. Studiert werden hier Objekte didaktischer und nichtdidaktischer Art – das Buch, die Wandtafel, das Tablet usw. – und ihre Bedeutungen für literale Praktiken. Mehr

  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Sozialität und Materialität der Schrift und des Schreibens von Herbert Kalthoff

    Ausgehend von der Selbstverständlichkeit schriftlicher Kommunikation als ein fraglos gegebener Umstand wirft der Beitrag einen zweiten Blick auf Schriftlichkeit und skizziert die materiellen und sozialen Voraussetzungen der Schrift und des Schreibens. Gegen die realistische Annahme einer Beherrschung von Schriftzeichen, Worten und Texten durch Autor/innen entwirft der Beitrag ein Verständnis schriftlicher Darstellungspraxis, das eine humanzentrierte Beobach-tung durch eine sozio-materielle Perspektive ersetzt. Seine Überlegungen expliziert der Beitrag am Beispiel des Mathematikunterrichts.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Zur Inszenierung von Literatur in Pop-up-Büchern: Strategien, Beispiele, Poetiken von Monika Schmitz-Emans

    In Pop-up-Büchern lässt sich Literarisches einfallsreich inszenieren. Beispiele von Vojtech Kubašta, Robert Sabuda, Sam Ita und Gérard Lo Monaco illustrieren, welch breites Spektrum an bildlichen, textgraphischen, papiermechanischen und bucharchitektonischen Mitteln dabei genutzt werden kann. Dabei zeigt sich, dass sich in Pop-ups spezifische Poetiken manifestieren können und dass sie durch buchgestalterische Mittel entsprechende Interpretationsperspektiven auf die dargebotenen Texte erschliessen: Poetiken der Animation, der Spiegelung, der Partnerschaft von Text und Bild, der kreativen Rezeption.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Das Schüler*innenheft im Rechtschreibunterricht. Literale Praktiken ordnungsgemäss hervorbringen von Romina Schmidt, Johanna Leicht

    Literale Praktiken wie das (richtige) Schreiben sind im Unterricht stets an verschiedene Dinge wie Schreibgeräte, Lehr-Lern-Materialien oder Schreibhefte gebunden – letztere sind Gegenstand dieses Beitrags. Den Massgaben der Grounded-Therory-Methodologie folgend, wurden teilnehmende Unterrichtsbeobachtungen, dokumentierte Artefakte des Unterrichts und problemzentrierte Interviews mit Lehrpersonen analysiert. Mit dem Gebrauch von Schüler*innenheften im Rechtschreibunterricht der Primarstufe wird ein erster Theoriestrang der Untersuchung erläutert und entlang eines empirischen Ankerbeispiels illustriert. Das Heft zeigt sich dabei als Arbeitsfläche, als Präsentationsfläche sowie als Sicherungssystem. Es lässt eine machtvolle Ordnung erkennen, die von den beteiligten Schüler*innen und der Lehrperson hervorgebracht wird, diese aber zugleich zur Einordnung des Geschriebenen auffordert. Als Artefakt der Schülerin/des Schülers gibt das Heft einen spezifischen Einblick in die Bearbeitung der fachlichen und sozialen Differenz und damit die Hervorbringung einer pädagogischen Ordnung im Rechtschreibunterricht.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Literarische Qualitäten der Materialität von Bilderbüchern von Kathrin Heintz

    Bilderbücher sind dreidimensionale Objekte, die spezifische physische Eigenschaften aufweisen. Viele zeitgenössische Bilderbücher inszenieren ihre Materialität offensiv, indem sie Papiersorten kombinieren, Halbseiten oder Ausstanzungen einsetzen oder den Seitenfalz und das gewählte Format als narrative Elemente einsetzen. Dies führt dazu, dass der Lektüreprozess zu einem sinnlichen Erlebnis wird, der von der Aktivität des Rezipienten abhängig ist und die Polyvalenz des Kunstwerks begreifbar und erfahrbar macht. Die verlangsamte und womöglich wiederholte Rezeption sowie die spannenden Details der Gestaltung ermöglichen literarisches Lernen am Medium Bilderbuch. Spuren, die den künstlerischen Produktionsprozess erkennen oder zumindest erahnen lassen, eröffnen zudem metaperspektivische Perspektiven auf das Bilderbuch.

    Der vorliegende Beitrag widmet sich dem facettenreichen Einsatz von Materialität bei Bilderbüchern und dessen Potenzial, die Lektüreerfahrung um sinnliche Erfahrungen zu erweitern und literarisches Lernen zu befördern. Er nutzt für die Analyse der Bilderbücher die materialästhetischen Kategorien nach Messerli und liefert zahlreiche Beispiele für Interpretationen, die sich an materialästhetischen Aspekten entzünden. Er schliesst mit didaktischen Hinweisen zu Vorlesegesprächen im Unterricht.

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  • Fokusartikel |  aus der Praxis „Ich übersetze dann halt, was der Zwerg mir sagt.“ – Praktiken der Adressatenorientierung im Zusammenhang mit dem Schreiben eigener Texte in der Grundschule – eine Fallstudie von Beate Leßmann

    Mit der longitudinal angelegten Fallstudie liegt eine qualitative empirische Studie zu einer literalen Praxis des Schreibunterrichts vor, in der das Schreiben eigener, subjektiv bedeutsamer Texte mit dem gemeinsamen Gespräch über diese „literalen Artefakte“ verbunden wird. Anhand von Textprodukten, leitfadengestützten Interviews mit der Schülerin Ida zu diesen Texten und Beiträgen aus Textgesprächen werden Entwicklungen zur Fähigkeit, adressatenbezogen Texte zu verfassen, über einen Zeitraum von vier Jahren untersucht. Die Ergebnisse dieser Fallstudie sind deshalb so wichtig für die Praxis des Schriftspracherwerbs und seine Erforschung, weil sie dazu herausfordern, die sozialen und kulturellen Dimensionen von Lese- und Schreibaktivitäten im Unterricht von Anfang an stärker zu berücksichtigen und ihre identitätsbildenden Potenziale als Beitrag zu Partizipation innerhalb und ausserhalb von Schule zu betrachten.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Die materiellen Aspekte von Literalität – Von der Schrifttafel zum Tablet von Sylviane Tinembart

    Ziel dieses Beitrags ist es, in nicht erschöpfender Weise nachzuzeichnen, wie sich im Laufe der Zeit die materiellen Unterstützungen für den Erwerb von literalen Fähigkeiten entwickelt haben. Das Ziel ist es, bescheiden zu bleiben und die Lehrmittel hervorzuheben, die das Erscheinen neuer Methoden oder didaktischer Entwicklungen bis zum 20. Jahrhundert beeinflusst haben. Die pädagogischen Veränderungen durch das Aufkommen der Elektronik und digitaler Technologie müssen noch historisiert werden, auch wenn wir bereits gewisse Auswirkungen auf die Lehr- und Lernpraktiken des Lesens und Schreibens wahrnehmen können.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Der «Geschichtenteppich»: eine Methode im Dienst der fachspezifischen Wissensvermittlung? von Emilie Schindelholz Aeschbacher, Christine Riat

    In unserem Beitrag wird beobachtet, wie sich zwei didaktische Sequenzen ausgehend vom Märchen «Der Wolf und die sieben Geisslein» (traditionelle und modernisierte Version) entwickelt haben. Eingesetzt wurde dabei die spezifische Methode des «Geschichtenteppichs», eines Lehr-/Lernmediums, das die Mediathek unserer Pädagogischen Hochschule den Lehrpersonen anbietet. Sie erlaubt es uns, wichtige Aspekte der didaktischen Aufbereitung dieses besonderen, nicht zu den üblichen Unterrichtsmaterialien gehörenden Instruments (Wirthner und Schneuwly, 2004; Rabardel, 2005) und seine Multimodalität sichtbar zu machen. Diese Ansätze beziehen sich also auf die Multisemiotizität des «Geschichtenteppichs» und dessen Positionierung im Französisch- und Literaturunterricht sowie im Lehrplan.
    In einem stufenübergreifenden Vergleich werden die Auswirkungen dieser Methode auf die Didaktisierung des Märchens und den damit verbundenen Zugang zur Literatur und zum Leseverständnis aufgezeigt.

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  • Fokusartikel |  aus der Praxis Das Projekt «Interaktives Bilderbuch» von Debora Guimerà, Lucile Grandjean

    Der Beitrag präsentiert und beschreibt ein Projekt mit dem Titel «Interaktives Bilderbuch». Es wird aus der Sicht von Bibliothekarinnen vorgestellt, die es in ihrem Berufsalltag in der Mediathek des Service écoles-médias, (SEM, Département de l'instruction publique, de la formation et de la jeunesse DIP) in Genf durchgeführt haben. Es startete 2018/2019 und läuft derzeit noch. In der ersten Phase wurde den Lehrpersonen der Basis- und Primarstufe ein Koffer mit sechs Bilderbüchern und einem iPad zur Verfügung gestellt. Auf dem iPad waren Anwendungen zu finden, die die Bilderbücher für Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren «interaktiv» ergänzen. 2019/2020 wurde das Projekt dann Teil des Programms «Numérique à l’école» des DIP. Es berücksichtigte die Beobachtungen der ersten Phase und es entstand daraus ein neuer Koffer mit Bilderbüchern und iPads mit Apps von «interaktiven Bilderbüchern» - und mit pädagogischen Sequenzen für die Bereiche Französischlernen, Medien und Informatik und bildnerisches Gestalten. Der vorliegende Beitrag beschreibt den Prozess und die verschiedenen Schwierigkeiten und Entscheidungen, die getroffen werden mussten. Als Ergebnis des Projekts werden sieben interessante «interaktive» Bilderbücher für die Lehrpersonen beschrieben, die mit didaktischen Einschüben für den effizienten Einsatz des Materials ergänzt werden Die Herausforderungen des Projekts betreffen die digitale Omnipräsenz und die damit verbundenen Veränderungen, den Einsatz neuer Medien, die Produktion von Dokumenten (Text, Zeichnung, Aufzeichnung) und die Umsetzung neuer Lesepraktiken sowie die Herstellung der Verbindung zur Schriftlichkeit, die in der Beziehung Bibliothek-Schule neu überdacht werden muss.

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  • Fokusartikel |  aus der Praxis Hilfsmaterialien und didaktische Vermittlungen beim schulischen Lesen- und Schreibenlernen von Claire Taisson

    Im ersten Primarschulzyklus haben Lehrpersonen die Perspektive, Lesen und Schreiben zu unterrichten. Der Artikel stellt Lehr- und Lernsituationen vor, mit besonderem Schwerpunkt auf die von den Lehrpersonen benutzten Artefakte bei der didaktischen Vermittlung im Prozess des Aufbaus literaler Kompetenzen. Wir beobachten die Konstruktion literaler Kompetenzen und deren Abhängigkeit von diesen Artefakten.

    Als Theorierahmen dienen uns dabei die historisch-kulturelle Perspektive (Vygotski, 1934/1997) und die Didaktik des Lesens und Schreibens in französischer Sprache.

    Unsere Beobachtungen kommen aus zwei Forschungsprojekten, wovon eines in der Suisse romande in einer Klasse HarmoS 1-2, die wir zwei Jahre lang beobachtet haben, und eines in Frankreich in einer schuljahrübergreifenden Klasse, in der eine Kohorte von Kinder und ihrer Lehrperson während drei Schuljahren (Grande section, Cours Préparatoire, Cours Élémentaire première année) beobachtet wurde.

    Unsere Fragestellungen betreffen die didaktische Vermittlung bei Schulkindern zwischen 4 und 8 Jahren. Welche Artefakte werden von den Lehrpersonen benutzt, um Literalitätskompetenzen aufzubauen ? Sind im Laufe der Schuljahre Veränderungen im Sinne einer Entwicklung zu erkennen ? Wir diskutieren Status und Funktion sowie den Gebrauch dieser Artefakte durch die Lehrpersonen, im Wissen darum, dass diese multimodal sind, d.h. im Zusammenwirken mit anderen materiellen Aspekten der Lese- und Schreibdidaktik wie z.B. der Körpersprache eingesetzt werden.

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  • Fokusartikel |  aus der Wissenschaft Über die Methodik des Lese- und Schreibunterrichts in der obligatorischen Schule des Tessins im 19. und frühen 20. Jahrhundert: ein historisch-vergleichender Ansatz von Wolfgang Sahlfeld

    Der Beitrag untersucht die Vorgaben und (soweit möglich) die Praktiken des Lese- und Schreibunterrichts in den Tessiner Schulen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der Medien, Werkzeuge und Lehrmittel, die zum Erlernen und Üben dieser Fertigkeiten verwendet wurden. Die Studie möchte auch aufzeigen, wie sich damit die Schulfächer bzw. Lerninhalte «Italienische Sprache» und «Kalligraphie» in den Tessiner Schulen entwickelt haben. Aus einer historisch-vergleichenden Perspektive leistet sie einen Beitrag zum Vergleich der Fachdidaktiken der Schulsprachen in der Schweiz und greift einige Studien auf, die in der Ausgabe 2/2016 des Leseforums über die Geschichte des Lese- und Schreibunterrichts in der Schweiz vorgestellt wurden.

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Stimmen zur Plattform

Für meine eigene Arbeit sind die aktuellen Einblicke in benachbarte Forschungsfelder von besonderer Bedeutung. Cornelia Rosebrock, Goethe-Universität, Frankfurt a.M.
Die Internetseite der Zeitschrift ist ein Schatz von Publikationen zur aktuellen Literalitätsforschung. Die thematische Ausrichtung der Ausgaben liefert eine stets hochaktuelle Agenda der Fragen, über die die Literalitätsforschung spricht. Helmuth Feilke
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