Besser lesen lernen oder: Wie man Lesen lieben lernt
Forschungsergebnisse aus dem Freiburger Projekt «LiFuS – Lesen in Familie und Schule»
Abstract | von Caroline Villiger und Alois NiggliDer vorliegende Kurzbericht bezieht sich auf ein umfangreiches Forschungsprojekt, das im Zeitraum von 2006-2010 im Kanton Freiburg durchgeführt worden war. Im Zentrum stand die Konzipierung, Durchführung und Auswertung eines Leseprogramms in vierten Grundschulklassen, das auf einer Zusammenarbeit von Familie und Schule basiert. Ein Hauptanliegen des Programms war die Verknüpfung von kognitiven und motivationalen Kriterien der Leseförderung, um der beginnenden Motivationsabnahme während der Grundschulzeit entgegen zu wirken. Die Wirksamkeit des Leseprogramms wurde mittels einer quasi-experimentellen prä-post-Untersuchung an einer Stichprobe von insgesamt 469 Schülerinnen und Schülern überprüft. In diesem Beitrag werden ausschnitthaft die wichtigsten Ergebnisse berichtet. Ein Hauptbefund ist die differenzielle Wirkung des Programms hinsichtlich der Motivation und des Leseverständnisses: Die Lesemotivation konnte innerhalb des Interventionszeitraums gefördert werden, allerdings waren die Effekte fünf Monate später kaum mehr nachzuweisen. Hinsichtlich des Leseverständnisses waren die Effekte gegenläufig: Unterschiede im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigten sich erst verzögert fünf Monate nach der Intervention. Insgesamt ist auf die Bedeutung der Kontinuität motivationaler Förderung hinzuweisen. Das Elternhaus birgt diesbezüglich ein Potential, das noch weiter ausgeschöpft werden könnte.
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