Förderung von früher Literalität im Kindergarten


Abstract | von Dieter Isler und Sibylle Künzli

Im Zusammenhang mit dem Umbau der Schuleingangsstufe in der Deutschschweiz  gewinnen fachdidaktische Zugänge zur Bildung 4- bis 6-jähriger Kinder an Bedeutung. In diesem Kontext haben sich Programme zur Förderung so genannter Vorläuferfähigkeiten des Lesens und Schreibens rasch und weit verbreitet. Mit solchen Massnahmen werden aber vorwiegend technische, isoliert vermittelbare Fertigkeiten trainiert, die den Aufbau einer komplexen schriftsprachlichen Handlungsfähigkeit langfristig kaum beeinflussen. In diesem Beitrag werden zunächst die Konzepte «Literalität» und «Textfähigkeiten» erläutert, die für ein umfassendes Verständnis früher Lese- und Schreibfähigkeiten notwendig sind. Anschliessend wird ein forschungsbasiertes Modell von Literalität als sozialer Praxis  vorgestellt, das sprachliche, alltagskulturelle und soziale Aspekten integriert und sprachliche Lehr-Lernprozesse als situiertes Handeln verständlich macht. Auf dieser Grundlage skizzieren die AutorInnen drei Ansätze zur Förderung früher Literalität im Kindergarten: den Anschluss an literale Ressourcen, den Aufbau einer literalen Alltagskultur und die gezielte Vermittlung literaler Handlungsformate und Textfähigkeiten.

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