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Willkommen auf leseforum.ch, der neuen Online-Plattform für Literalität
des Vereins Leseforum Schweiz. Diese Website richtet sich an Fachpersonen, die sich in Forschung und Praxis mit Literalität befassen, sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Literalität wird breit verstanden als Handlungsfähigkeit im Umgang mit Schrift und schriftbasierten Medien in allen gesellschaftlichen Kontexten und auf allen Altersstufen.
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Info-Flyer


Literalitätsförderung in vielsprachigen Schulen

Foto aus dem Lehrmittel "Pipapo. Deutsch für fremdsprachige Kinder und Jugendliche", mit freundlicher Genehmigung des Verlags "Schulverlag plus AG"

Thema der Nummer 3/2011
Sprachliche und literale Fähigkeiten sind wichtige Voraussetzungen für Schul- und Berufserfolg. Es ist vielfach belegt, dass Kinder und Jugendliche mit Migrationshinter­grund in diesen Bereichen leistungsmässig oft hinter ihren Mitschülerinnen und Mitschülern zurückbleiben. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Mehrsprachigkeit nicht an sich, sondern erst in Verbindung mit einem niedrigen sozio-ökonomischen Status der Herkunftsfamilie zum Bildungsrisiko wird. Die (Un-)Vertrautheit mit Literalität und - in Abhängigkeit davon - mit der schulischen Bildungssprache dürften dabei eine Schlüsselrolle spielen.
Diese Passungsproblematik zeigt sich verschärft, wenn die Institution Schule ­trotz veränderter gesellschaftlicher Realitäten weiterhin auf eine sprachlich und bildungskulturell homogene Schülerschaft ausgerichtet bleibt und Mehrsprachigkeit einseitig als Problem behandelt. Mehrsprachig aufwachsende Kinder verfügen über spezifische Ressourcen, die im schulischen Kontext bisher noch zu wenig wahrgenommen, wertgeschätzt und für die Förderung sprachlicher und literaler Fähigkeiten aller Schülerinnen und Schüler genutzt werden.
In den Fokusbeiträge der Nummer 3/2011 von leseforum.ch werden diese Aspekt thematisiert: Im Artikel von Claudia Schmellentin, Hansjakob Schneider und Claudia Hefti geht es zentral um die Frage, wie Schülerinnen und Schüler aus sozial benachteiligten Familien beim Erwerb der schulischen Bildungssprache und insbesondere des Textverstehens unter­stützt werden können. Christiane Perregeaux und Carole-Anne Deschoux diskutieren in ihrem Beitrag die Grundproblematik mehrsprachig aufwachsender Kinder in einer auf Einsprachigkeit ausgerichteten Schule und beschreiben die je spezifischen Funktionen und Möglichkeiten der drei Bildungsträger Familie, Schule und Bibliothek. Vier weitere Artikel beleuchten das Thema "Literalitäts­förderung in vielsprachigen Schulen" aus weiteren, sich ergänzenden Perspektiven.
Die Förderung  textueller und bildungs­sprachlicher Fähigkeiten und der Einbezug der Ressourcen mehrsprachig aufwachsender Kinder sind zwei Handlungsfelder, die im Fachdiskurs zunehmend an Bedeutung gewinnen, in Bildungspolitik und Schulpraxis aber noch zu wenig Fuss gefasst haben. Die vorliegende Nummer von leseforum.ch soll dazu beitragen, diese Anliegen auf allen Ebenen voranzubringen.

Zur Einführung und den Fokusartikeln


Deutsch (als Zweitsprache) im Fachunterricht – am Beispiel Lesen

von Claudia Schmellentin, Hansjakob Schneider und Claudia Hefti
Die Diskrepanz zwischen den im Fachunterricht geforderten und den vorhandenen Sprachkompetenzen auf der Sekundarstufe ist verschiedentlich festgestellt worden. Sie zeigt sich verschärft bei Schülerinnen und Schülern aus sozial benachteiligten Familien, die zuhause nicht die Schulsprache sprechen. Welche Faktoren wirken auf diese Diskrepanz und welche Massnahmen sind zu treffen, um ihre Auswirkungen zu minimieren? Diesen Fragen wird in diesem Beitrag nachgegangen.

Zum Fokusartikel 1

Einsatz von mehrsprachigen Texten im Unterricht und darüber hinaus

von Carole-Anne Deschoux und Christiane Perregaux
Was wissen wir über den Erwerb von Schriftlichkeit bei zweisprachigen Schülerinnen und Schülern? Welche Rollen spielen ihre minoritären Erstsprachen in sozialen Kontexten, die de facto vielsprachig sind, organisatorisch und politisch aber als einsprachig behandelt werden? Wie lassen sich die Verbreitung sprachlicher Praktiken, Überlegungen bei der Sprachenwahl und Bedeutungen von Schriftlichkeit erfassen? Die AutorinnenCarole-Anne Deschoux und Christiane Perregaux diskutieren diese Fragen und schlagen Handlungsansätze an drei sozialen Orten der Vermittlung und Aneignung von Schriftlichkeit vor: in der Familie, in der Schule und in den Bibliotheken.

Zum Fokusartikel 2