Unterrichtsentwicklung im Bereich Schreiben

Foto: Université de Genève

Thema der Nummer 2/2015
Von Dieter Isler
Aus der Schreibdidaktik liegen heute Konzepte und Unterrichtsmodelle vor, die neben den Produkten auch die Prozesse des Schreibens in den Blick nehmen. Schreiben als soziale Praxis, die Vermittlung von Schreibstrategien und das Training von basalen Schreib-fertigkeiten sind weitere Schwerpunkte eines wissenschaftsbasierten Schreibunterrichts.

In der schulischen Praxis werden diese Innovationen erst ansatzweise umgesetzt. Deshalb wird im Kanton Zürich zurzeit eine Initiative zur Weiterentwicklung des Schreib-unterrichts in QUIMS-Schulen (mit vielen bildungsbenachteiligten Kindern) durchgeführt. Durch schulinterne Weiterbildungen und mehrjährige begleitete Unterrichtsentwicklung sollen die neuen Ansätze der Schreibdidaktik in der schulischen Praxis verankert werden.

In der Nummer 2/2015 von leseforum.ch wird diese Initiative aus drei Perspektiven beleuchtet: Afra Sturm stellt in ihrem Fokusbeitrag die Förderbereiche, das Projektdesign und den Ansatz der Musteraufgaben vor. Claudia Neugebauer beschreibt Grundsätze und Gelingensbedingungen der Weiterbildung und berichtet von ersten praktischen Erfahr-ungen. Stefan Mächler erläutert die Unterstützungsleistungen der Bildungsverwaltung. Um den sprachenübergreifenden Diskurs anzuregen, kommentiert Bernard Schneuwly den Artikel von Afra Sturm aus der Sicht der Französischdidaktik.

Die französischsprachigen Beiträge dieser Nummer befassen sich mit dem Thema «Texte und Genres im Kontext von Lehren und Lernen».


Zu den Artikeln


 

Schul- und Unterrichtsentwicklung im Bereich Schreiben am Beispiel von QUIMS-Schulen

Abstract | von Afra Sturm
Im Rahmen des Programms QUIMS (Qualität in multikulturellen Schulen) wird für die Jahre 2014–2017 zusätzlich der Schwerpunkt «Schreiben auf allen Schulstufen» angeboten. In diesem Beitrag werden ausgehend von Problemfeldern, die sich aus Sicht von QUIMS-Lehrpersonen stellen, die für den Schwerpunkt festgelegten Förderbereiche dargelegt. Auf dieser Basis wird ausgeführt, wie der Schwerpunkt «Schreiben auf allen Schulstufen» als Unterrichts- und Schulentwicklungsprojekt angelegt ist: Dabei werden die Grundpfeiler Veranstaltungsreihe, schulinterne Weiterbildung, Kaderseminar für die Fachleute der schulinternen Weiterbildung sowie Musteraufgaben erläutert. Da die Musteraufgaben ein wichtiges Scharnier zu den anderen Grundpfeilern bilden, werden diese detaillierter dargestellt.

Lesen Sie den Fokusartikel 1

Schreibstrategien oder Textgenres: eine Gretchenfrage

Abstract | von Bernard Schneuwly
Der Beitrag kommentiert Sturms Modell der Lehrerfortbildung, das auf drei Förder-bereichen für den Schreibunterricht fusst, nämlich „basale Schreibfähigkeiten“, „Schreibstrategien und Selbstregulation“ « Schreiben als soziale Praxis“. Dem wird ein instrumentelles Modell des Schreibens und Schreibunterrichts im Sinne von Vygotski gegenübergestellt, das fünf Werkzeuge (materielle Mittel des Schreibens, orthogra-phisches System, Textgenres, Reden über Schreiben, Schreiben als Mittel des Schreibens)  unterscheidet, wobei im Zentrum « Textgenre » als unabdingbares Mittel jeglicher Kommunikation steht. Ausgehend vom zweiten wird das erste Modell diskutiert, wobei aufgezeigt wird, dass in diesem die Gefahr besteht, sprachliche Dimensionen der Sprachtätigkeit zu vernachlässigen.

Lesen Sie den Fokusartikel 2



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Aus der Praxis

Die QUIMS-Schulen in der Schreibförderung unterstützen – der Beitrag der zentralen Bildungsverwaltung
Stefan Mächler

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Claudia Neugebauer

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