Literales Lernen mit digitalen Medien

Foto: Digitales Learning Center, PH Zürich

Thema der Nummer 2/2014
Von Carole-Anne Deschoux und Christine Tresch
Bis vor kurzem befand sich die Schule, was die von ihr vermittelten Praktiken betraf, in weitgehender Übereinstimmung mit gesellschaftlichen Praxen. Mit der globalen Verbreitung interaktiver, digitaler Medien als Kommunikations- und Darstellungsmittel verändern sich nicht nur die sozialen Organisationsformen und die Formen der persönlichen Interaktion, auch die Schule ist herausgefordert. Sie muss ihre Aufgaben im Hinblick auf die digitalen Entwicklungen neu überdenken und sich damit auseinandersetzen, dass neue Nutzungsweisen, wie sie das Internet ermöglicht, ihre traditionelle Rolle als Vermittlerin kultureller Normen und Hierarchien in Frage stellen.

leseforum.ch erkundet, was die zweite grosse Revolution im Umgang mit Schrift nach der Erfindung des Buchdrucks für Auswirkungen auf Literalitätskonzepte, schulischen und ausserschulischen Alltag hat. Lassen sich die bisherigen Modelle zur Förderung von Lesen und Schreiben einfach auf multimodale Texte übertragen, oder sind grundsätzlich andere Lehr-Lernarrangements notwendig? Welche literalen Fähigkeiten sind zu ihrer Verarbeitung notwendig? Welche Potenziale und Risiken bieten interaktive, digitale Lehr- und Lernmittel? Wir stellen Unterrichtsmodelle und Lernumgebungen vor, die es Kindern und Jugendlichen erlauben, Lese- und Schreibfähigkeiten im Umgang mit komplexen und hybriden Texten zu erwerben und wir fragen danach, wie diese Nutzung neuer Medien die schriftbezogenen Haltungen, Fähigkeiten und Praktiken der Schülerinnen und Schüler verändert.

Mitarbeit für die Beiträge aus der Romandie: Mathieu Depeursinge, Noël Cordonier und Sonya Florey

 

Diese Nummer wurde mit der grosszügigen Unterstützung des Bundesamts für Kultur produziert.

Zu den Artikeln


 

Multimodale mediale Literalität: Semiologische Betrachtungen und konkrete Anwendungs-möglichkeiten

Abstract | von Nathalie Lacelle und Monique Lebrun
Bei der multimodalen medialen Literalität (MML) handelt es sich um ein aus der angelsächsischen Forschung übernommenes Konzept zu den neuen Informationstechnologien, das sich mit den Fähigkeiten zur Dekodierung, Analyse und Evaluation gedruckter und elektronischer Medien auseinandersetzt. Die digitalen, interaktiven Medien heben die Grenze zwischen LeserIn und SchreiberIn nach und nach auf.
Der Beitrag befasst sich mit dem Aufkommen der MML und mit der Bestimmung von MML-spezifischen und übergreifenden Kompetenzen. Gestützt auf zwei Forschungsarbeiten aus der Sekundarschule wird ein MML-Kompetenzraster vorgestellt und untersucht, wie gut die Schülerinnen und Schüler diese Kompetenzen beherrschen.

Lesen Sie den Fokusartikel 1 (in Französisch)


Schulisch initiiertes Schreiben und Lesen auf der Internetplattform myMoment

Abstract | von Esther Wiesner und Hansjakob Schneider
In diesem Beitrag berichten wir von Analysen zum Handeln von Lehrpersonen und SchülerInnen im Zusammenhang mit der digitalen Schreib- und Leseplattform «myMoment»: Wir befassen uns mit der Frage, wie Lehrpersonen digitale, vernetzte Medien in den Sprachunterricht integrieren, und wie Mädchen und Jungen in diesem Setting das Schreiben und den Umgang mit Texten angehen. Grundlage bilden die empirischen Daten aus der vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Interventionsstudie mit dem Kurztitel «myMoment2.0». Sie zeigen, dass sich die Arbeit mit der Plattform für den Schreibunterricht bewährt. Auf der Basis dieser Daten können auch Befürchtungen zerstreut werden, dass das freie Schreiben und die unkorrigierten Texte auf der myMoment-Plattform die schriftsprachlichen Fähigkeiten der SchülerInnen negativ beeinflussen würden. Was die Unterrichtsorganisation anbelangt, wird deutlich, dass die Integration von myMoment in den Unterricht für einen Teil der Lehrpersonen eine Herausforderung darstellt.

Lesen Sie den Fokusartikel 2



Willkommen auf leseforum.ch

Willkommen auf leseforum.ch, der Online-Plattform für Literalität des Vereins Leseforum Schweiz. leseforum.ch richtet sich an Fachpersonen, die sich in Forschung und Praxis mit Literalität befassen, sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Literalität wird breit verstanden als Handlungsfähigkeit im Umgang mit Schrift und schriftbasierten Medien in allen gesellschaftlichen Kontexten und auf allen Altersstufen.
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